Bowers & Wilkins P7 Wireless / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de
Bowers & Wilkins P7 Wireless

BOWERS & WILKINS P7 WIRELESS - BLUETOOTH OVER-EAR IM PRAXISTEST


BOWERS & WILKINS P7 WIRELESS


Autor: Fritz I. Schwertfeger

Bilder: Fritz I. Schwertfeger


Bluetooth-Kopfhörer wie der Bowers & Wilkins P7 Wireless versprechen hochwertige Wiedergabe bei gleichzeitig unkomplizierter, kabelloser Freiheit. Wer unterwegs oder auch gerne zuhause auf dem Sofa stressfrei Musik genießen will, der sollte sich diesen hochmobilen Premium-Kopfhörer ruhig mal genauer anschauen.  


BOWERS & WILKINS P7 WIRELESS - NEUE FREIHEIT


Alte Zöpfe abschneiden fällt vor allem dann leicht, wenn bereits Zeichen gesetzt wurden. Bowers & Wilkins hat dies im Jahr 2014 mit der Einführung des luxuriösen P7 durchaus eindrucksvoll bewiesen und schickt als logische Weiterentwicklung die kabellose Variante P7 Wireless ins Rennen.

 

Der ohrumschließende, geschlossen konstruierte Over-Ear Kopfhörer, auch das eine Folge unserer heutigen, schnellen und hektischen Lebensweise, bietet sich sowohl für den mobilen und wohlgemerkt ebenso auch für den stationären Einsatz in den eigenen vier Wänden an. Dank seines platzsparenden Faltmechanismus und der im Lieferumfang enthaltenen, hochwertig anmutenden Transporttasche findet sich für ihn gleichwohl im Koffer eines Reisenden, als auch im Rucksack des Studenten oder Berufspendlers stets ein kleines Plätzchen.

 

Die kabellose Konnektivität mittels Bluetooth spielt eindeutig die Hauptrolle, aber wer mag, kann mit dem beigelegten Klinkenkabel auch ganz "old school" Anschluss mit ihm finden. Praktisch besonders dann, wenn der P7 Wireless mal an Zuspieler ohne Bluetooth-Fähigkeit angeschlossen werden soll. Das kann der Vintage-Verstärker im trauten Heim oder auch der klassische iPod sein, mit dem vielleicht aus rein nostalgischen Gründen, gerne Sonntags, auf dem Sofa gelümmelt wird.  

 


BOWERS & WILKINS P7 WIRELESS - LUXURY CLASS


Bowers & Wilkins P7 Wireless / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Rein äußerlich ist der P7 Wireless von seinem kabelgebundenen P7 Zwilling nur bei näherer Betrachtung zu unterscheiden. So greift er dieselbe elegante Formensprache auf, zeigt jeder noch so kritischer Betrachtung anhand makelloser Verarbeitung die kalte Schulter und kokettiert mit hochwertigen Materialien und alltagstauglichen, zeitlosen Design.

 

Auf hochglanz polierter Edelstahl steht in besonderem Kontrast zu fingerschmeichelnden, schwarzen Leder, so dass sich zweifelsohne eine eindrucksvolle optische Wirkung attestieren lässt. Weiches Schafsleder umhüllt sowohl den gepolsterten Kopfbügel, als auch die von Magnetkraft gehaltenen und leicht abnehmbaren, austauschbaren Ohrpolster.

 

Deren hochwertiger Memory-Schaum wiederum sorgt nicht nur für bequemen Sitz, sondern lässt auch die geräuschvolle Außenwelt ein Stück weit außen vor. Ein bequemer aber dennoch fester Anpressdruck sorgt für einen dichten Abschluß um das Ohr herum. Wichtig für das Klangbild, das bei schlechtem Sitz sonst fad und blutleer gerät.

 

Die sehr feingängige, auf jeder Seite in den Ohrbügel jeweils unsichtbar hinein verlaufende Höhen- beziehungsweise Weitenregulierung, erlaubt die bequeme Anpassung an den jeweiligen Träger oder Trägerin und erhöht so das Komfortgefühl. Der raffinierte wie robuste Edelstahl-Faltmechanismus nimmt die filigran geschwungenen, ebenfalls auf hochglanz polierten und aus Edelstahl bestehenden Streben auf, die ihrerseits die Ohrmuscheln umfassen.  

Bowers & Wilkins P7 Wireless / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Diese wiederum sind über ihre außenseitigen, schwarz eloxierten und fein gebürsteten Aluminiumkappen beweglich gelagert, was ebenfalls eine bessere Anpassung an die Kopfform des Trägers verspricht.

 

Die rückwärtigen Treibergehäuse, in welchen die eigens konstruierten 40 mm messenden Treiber zum Einsatz kommen, bestehen ebenfalls aus Edelstahl und sind mit Leder umhüllt. Eine ausgeklügelte Ventilierung kontrolliert rückwärtig zurückreflektierende Luftbewegungen und lässt die Treiber so ungestört ihrer Arbeit nachgehen.

 

Die innere Ruhigstellung der geschlossen konstruierten Treibergehäuse ist von besonderer Bedeutung, da der Schall ja nicht wie bei einem offen konstruierten Kopfhörer direkt ins Freie geleitet werden kann. Dies erfolgt durch spezielles Dämmmaterial, so dass neben unliebsamen Schallreflexionen und klangmindernden Resonanzen auch körperschallbedingten Vibrationsgeräuschen vorgebeugt wird.

 

Bowers & Wilkins P7 Wireless / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Das allein zeigt schon den hohen Anpsruch der Entwickler, aber damit sind wir noch lange nicht zu Ende. Auch bei der Schallwand, in welche der Treiber eingelassen ist, wurde besonderes Know-How eingesetzt.

 

Aus akustisch neutralem und gleichzeitig verstärktem Polymer-Material bestehend, beugt sie nicht nur mechanischen Resonanzen vor, sondern bietet auch besondere Festigkeit und Stabilität. Sogar vor der Schwingspule haben die Bowers & Wilkins Ingenieure nicht halt gemacht.

 

Die Antwort auf ein schnelleres Impulsverhalten der Membran ist einen fester aber gleichzeitig leichter Antrieb. Hier greift Bowers & Wilkins auf ein Aluminium-Kupfer-Compound zurück und verspricht eine feinere Hochtonauflösung und gleichzeitig einen besseren Wirkungsgrad.

 

Zwar ist der Kopfhörer im Vergleich zu seinem rein kabelbetriebenen Bruder etwas schwerer und wiegt nun statt dessen 290 Gramm nun stramme 323 Gramm. Aber wenn man bedenkt, das in den gleichen Gehäusedimensionen der Treibergehäuse, sowohl die Elektronik als auch der Lithium-Polymer-Akku untergebracht ist, dann ist das immer noch mehr als vertretbar.

 

Aufgeladen in drei bis vier Stunden über ein gewöhnliches Handyladegerät, bietet der 370 mAh Akku eine Spieldauer von ca. 17 Stunden. Das sollte für einen Interkontinental-Flug mehr als ausreichen. Geht die Reise eventuell doch nach Australien oder in Richtung Fidschi-Inseln, bietet sich eine Power-Bank an, so dass ein leerer Akku kein Problem sein sollte. Geht diesem aber irgendwann tatsächllich mal die die Puste aus, spielt der P7 Wireless auch per Kabel angeschlossen direkt weiter.

 

Mit der gleichen niedrigen Impedanz von 22 Ohm wie der kabelgebundene P7 aufwartend, lässt er sich problemlos von jeder Art mobilem Device souverän und kraftvoll laut antreiben.

Bowers & Wilkins P7 Wireless / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Neben dem an sich leistungsstarken Akku ist auch der zurückhaltende Energiehunger des neuesten Bluetoothstandards (4.1) für die lange Laufleistung verantwortlich. Gleichzeitig bietet dieser neue Standard auch endlich eine hohe Bandbreite bei der Datenübertragung an und beseitigt die Limitierungen vorangeganger Bluetooth-Standarts.

 

Audiophile Naturen werden sich auch darüber freuen, dass bei der Übertragung das apt-X Protokoll Verwendung findet und Inhalte somit verlustfrei in CD-Qualität per Kurzstreckenfunk übertragen werden.

Praktisch auch die Freisprechfunktion des P7 Wireless, die dank zweier eingelassener Mikrophon-Öffnungen für eine glasklare Kommunikation sorgt.

 

Rufannahme sowie Veränderung der Lautstärke finden über kaum sichtbare Tasten auf der Rückseite der rechten Ohrmuschel statt. Bei narrensicherer und intuitiver Bedienweise kommen diese Tasten auch für die Steuerung der Musikwiedergabe zum Einsatz. 


HÖRTEST


Bei Bill Callahans "Seagull" aus dem Album Dream River überzeugt der Bowers & Wilkins P7 Wireless mit seiner hohen Natürlichkeit und einer temperament-

vollen, zupackenden Art, die man durchaus als lebhaft statt langweilig bezeichnen möchte. Er vollbringt das Kunststück in der oberen Lagen Feingefühl und eine samtig weiche Granulierung zu einem angenehm klaren und akzentuierten Hochton zusammenzuführen. 

 

Während höhenaffine Konkurrenten hier eher zu einer gewissen Kantigkeit und leichten Sibilantenbetonung neigen, bleibt der Bowers & Wilkins P7 eher gülden und unangestrengt, während er die zart im Hintergrund agierenden Hi-Hats mit klaren Habitus und scharfen Umriss aufblitzen lässt. 

 

Die sonore Stimme Bill Callahans bildet er mit dunkler Timbrierung und authentischer Fülle nach. Während das mittlere Frequenzband mit einem farbenfrohen statt blassen Farbspektrum den Ohren schmeichelt, schließt sich nahtlos ein straffer aber dennoch fülliger Tiefton an. So wirken die unteren Oktaven tight und konturiert, ohne dabei überambitioniert zu wirken.

 

Mit der Räumlichkeit und Tiefenstaffelung eines beyerdynamic DT 1990 PRO kann er zwar nicht mithalten, aber dennoch versetzt seine Bühnendarstellung trotz der "näheren" Spielweise den Zuhörer in die Lage, die Positionierung von Akteuren und Instrumenten klar und ohne Mühe nachzuvollziehen.  

 

 



FAZIT:


Die insgesamt ausgewogene aber dennoch maßvoll angenehm warm timbrierte Spielweise macht den Bowers & Wilkins P7 Wireless für all diejenigen interessant, die langzeittaugliches Hörvergnügen und kabellose Freiheit gleichermaßen nachfragen wie wertschätzen.

 

Sein ansprechendes Äußeres, hochwertige Materialien und die tadellose Verarbeitung sprechen ebenfalls für ihn. Klanglich überzeugt er mit seinem kraftvollen Grundcharakter und einer fein umrissenen, lebhaften und galanten Spielweise.

 

Zuspieler wie ein Astell & Kern AK 70 oder Pioneer XDP-100R, die ihn per aptX ansprechen kitzeln mehr Auflösung aus ihm heraus, als es über ein iPhone 6 S möglich ist. Der Bowers & Wilkins P7 Wireless vereint kabellosen Komfort, gediegenes Understatement und ein kultiviertes Klangbild zu einer gelungenen Kombination. Den Briten gelingt damit ein Kopfhörer für alle Lebenslagen, kurzum: Chapeau.


BOWERS & WILKINS P7 WIRELESS


Bowers & Wilkins P7 Wireless / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de
  • 90 Pkte Klang
  • 85 Pkte Ausstattung / Verarbeitung 
  • 85 Pkte Brillanz 
  • 85 Pkte Mittenqualität
  • 90 Pkte Bassqualität
  • 85 Pkte Neutralität
  • 85 Pkte Feindynamik / Präzision


www.bowers-wilkins.de

Preis: 399 Euro

 


Weitere Tests: