Teufel Concept C  -  Aktives 2.1 Bluetooth-Set im Praxistest  auf www.audisseus.de
Foto: Teufel

AKTIVES 2.1 PC-LAUTSPRECHER-SYSTEM / BLUETOOTH-LAUTSPRECHER


TEUFEL CONCEPT C

 


Autor: Fritz I. Schwertfeger

Fotos: Teufel / Fritz I. Schwertfeger

 

 

Für reguläre 299 Euro erhält man im Reisebüro des Vertrauens vermutlich ein Wochenende in einem Wellnesshotel - im romantischen Schwarzwald vielleicht. Wie auch immer, viel nachhaltiger bzw. nachwirkender ist in diesem Fall das Angebot das der Berliner Lautsprecherhersteller Teufel mit seinem Concept C fürs Geld bietet. Zugegeben beim Concept C wird kein Hehl daraus gemacht, dass es als aktives 2.1 PC-Lautsprecher Set primär auf Hardcore-Gamer ausgerichtet ist. Viel interessanter ist aber die Frage, ob sich das Ensemble dank Bluetooth 4.0, apt X inclusive nicht auch als wuchtige und unkomplizierte Bluetooth-Soundmachine entpuppt. Musikalische Unterhaltung kann schließlich immer gebraucht werden, sei es im Hobbyraum beim Sport oder während in der Garage am Youngtimer geschraubt wird. Eine Frage, der im nachfolgenden Test nachgegangen wird.  

 

TEUFEL CONCEPT C: AKTIV - KOMPAKT - SCHWARZ - STARK 

 

Jedenfalls gibt es hier stereophone Wellness für die Ohren und vermutlich auch das Zwerchfell, denn das handliche Satelliten-Lautsprecher-System kommt in Begleitung eines gar nicht mal so zierlichen, aktiven Subwoofers daher. Der hübsch anzuschauende und wohnraumfreundliche mattschwarze Kubus findet recht schnell ein passendes Plätzchen und steht für unkompliziertes Plug and Play.

Teufel Concept C  -  Aktives 2.1 Bluetooth-Set im Praxistest  auf www.audisseus.de

 

 

Als Steuerzentrale und Kraftwerk in Personalunion agierend, ist es ihm dabei vollkommen gleich, ob er z.B. im Arbeitszimmer mittels USB-Eingang mit dem Rechner anbandelt. Oder gar, ob er dem Fernseher im Wohnzimmer via analogen, per Aux-In zugeführten 3,5 mm Klinken-kabel den flachen Sound abgewöhnt. Und last but not least, als letzte der drei Eingangsmöglichkeiten und im Jahr 2015 eigentlich Standard - als drahtloses Bluetooth-Soundsystem agiert. Besonderer Clou dabei ist der mitgelieferte Fernbedienungs-Puck, mit dem sich Quellenwahl und Lautstärke vom Sofa aus bedienen lassen. Bei Nichtgebrauch lässt sich das Concept C damit auch in den Stand-by Modus schicken oder wenn es loslegen soll wieder zum Leben erwecken. Zwar bietet das Ganze nicht den gleichen informativen Komfort, wie etwa das teurere Motiv B 2 aus gleichem Hause, welches sich eher als vollwertige Anlagen-alternative präsentiert. Unpraktisch vielleicht, dass sich die je nach aktiver Quelle farblich verändernde LED auf der Rückseite befindet und auch keinerlei Display Auskunft über die Lautstärke bietet. Wie dem auch sei, entspannt zurücklehnen kann sich dennoch wer eine umfangreiche Musikbibliothek auf Smartphone oder Tablet bereithält oder Musik via TIDAL oder Spotify drahtlos übertragen möchte. Das geht mit dem Concept C kinderleicht von der Hand und wie bereits anfangs erwähnt, erfreulicher Weise mittels modernstem Bluetooth 4.0 samt dem für hochwertige Übertragung bekannten aptX Codec. Sogar an einen Kopfhörer-Ausgang wurde gedacht (3,5 mm Klinke), ebenso an ein Mikrofoneingang, was zwar Karaoke ausschließt aber für Gamer am PC fürs Headset ein enorm praktisches Feature darstellt.   

 

 

 

In Bodenrichtung abstrahlend, versteckt der Subwoofer seinen 200 mm messenden Tieftöner auf der Unterseite. Downfire Subwoofer leiten ihre Energie in Richtung Boden ab und sorgen so für eine sich in alle Richtung ausbreitende Basswelle, die den Raum körperlich spürbarer anregt. Nebenbei sorgt das auch für elegant aufgeräumte Optik des Subwoofers. In diesem wiederum werkeln neben einem Wandler-Chipsatz von Cirrus Logic (jedoch nur bis 48 kHz) auch ein hocheffizienter Class-D Verstärker der für Satelliten und Bass jeweils passend portionierte Leistungshappen bereithält. So greifen der 80 mm messende Mitteltöner und die 19 mm große Seidenkalotte auf einen Leistungspool von laut Hersteller 210 Watt zurück. Pfiffig an den beiden Satelliten ist nicht nur ihr robustes aber dennoch filigranes Erscheinungsbild, sondern auch die Möglichkeit diese aufgrund ihrer Kompaktheit überall hin unterbringen zu können. Ob auf dem Schreibtisch, Regal oder an direkt an die Wand gehängt, erlaubt ist was gefällt.  

 

Hörtest 

Für den Hörtest wurde das Concept C zunächst mit einem MacBook Air verkabelt und über Audirvana Plus mit Musik bestückt, bevor es seine draht-losen Fähigkeiten per Bluetooth unter Beweis stellen konnte. Als sehr praktisch erwies sich hier übrigens der iTunes Mode von Audirvana Plus, welcher den Apple Core umgehend, dennoch eine Fernsteuerbarkeit per Remote App ermöglichte. Bequeme Musikauswahl via App einerseits und die Laut-stärkeregelung per Fernbedienungs-Puck machten das Handling perfekt. Und schon nach den ersten Takten aus „Tookah“ von Emiliana Torini (Tookah) machte das En-semble klar, dass es durchaus ambitioniert kraftvoll und impulsiv zu Werke ging. Mit anspringender, markiger Spielweise feuerte der Subwoofer einen fulminaten Bass in den Hörraum der aufhorchen ließ. Das Set blieb grundsolide ehrlich und tendierte zu einer eher temperamentvollen als gemütli-chen Spielweise. Glaubhaft und authentisch wurde der stimmliche Glanz mit kernigem Verve zur Geltung gebracht ohne es dabei mit dem Hochton-feuer zu übertreiben. Und auch wenn das Set bei diesem Stück nicht an den Flair und die Abbildungstiefe einer KEF LS50 heranreichte, so machte es diese Manko dennoch mit seiner packenden, ausgewogenen Spielweise und dem überragend wuchtig, satt agierenden Bass schnell wieder vergessen. Und wo wir dabei sind, wir reden hier über einen Preisunterschied von 700 Euro, das was das Berliner Set hier ablieferte, konnte sich durchaus hören lassen. 

 

 

Per Bluetooth durfte sich anschließend, via TIDAL in CD-Qualität vorliegend, FKA twigs mit dem Stück „Figure 8“ (aus der EP M3LL155X) austoben, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit einer fast schon unverschämten Lässigkeit feuerte der kompakte Subwoofer einen markerschütternden, rabenschwarzen Tiefton aus dem Ärmel, dass man erneut aus dem Staunen gar nicht mehr raus kam. Mit seiner direkten Spielweise projizierte das Set die Sängerin Tahliah Barnett aka FKA twigs unmittelbar in den Hörraum, so dass man sich quasi in der ersten Sitzreihe wähnte. In den Details offen und klar überzeugte das Concept C mit einer kernigen, zünftigen Spielweise, ohne dabei aufgeregt oder nervös zu wirken. Der Grundton wirkte solide, wenn auch etwas mehr Wärme nicht geschadet hätte. Gleichwohl war dies aber jammern auf hohem Niveau, denn die schier endlos wirkende Pegelfestigkeit und der Mitreißfaktor des Concept C ließe wohl nur Verfechter der samtig weichen Herangehensweise den Zeigefinger heben. Der Autor indes erfreute sich an dem weiten Stereopanorama, dem herrlichen knackigen Bass und dem dynamischen Groove. So ließ es sich aushalten, während Madame Barnett gleich noch ein paar Extra-Kostproben mehr aus ihrer famosen EP zum Besten geben durfte.

Fazit:


 

Nicht zu fassen, die Berliner müssen vollkommen verrückt geworden sein. 300 Euro verlangt der Hersteller, das kann doch eigentlich gar nicht sein, hört man sich kopfschüttelnd sagen. Das Concept C jedenfalls hat die Erwartungen mehr als erfüllt. So überraschte das Set nicht nur sehr eindrucks-voll in Sachen Musikwiedergabe, sondern auch wenn z.B. Game Of Thrones auf dem Laptop verfolgt wurde und der Sound per Kurzstreckenfunk über das Berliner Ensemble erklang. Oder wenn beim Zocken auf dem Smartphone (Infinity Blade III)  die Soundkulisse derart impulsiv und bedrohlich wurde, dass einem Angst und Bange wurde. Ganz gleich welches Einsatzszenario bevorzugt wurde, rotzfrech und selbstbewusst wurden stupende Dynamik und ein fulminanter Bass zu einem temporeichen, offen-spielfreudigen Auftreten  vereint. Furios und temperamentvoll statt klinisch nüchtern, machte das Concept C einfach ausgedrückt, unglaublichen Spaß.  Und klang dabei auch gleich um einige Hausnummern größer als es sein Preisschild vermuten ließ. 


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