audio-technica ATH-MSR7 /  Praxistest auf www.audisseus.de
Foto: audio-technica

Over-Ear Kopfhörer von Audio-Technica im Praxistest


audio-technica ATH-MSR7

 


Autor: Fritz I. Schwertfeger

Bilder: Audio-Technica / Fritz I. Schwertfeger

 

Klangliche Hochkultur – Für den mobilen Genuss wie am Kopfhörerverstärker zu Hause

  

Keine Frage, der japanische Hersteller Audio-Technica dürfte im Grunde jedem Musiker, HiFi-Enthusiasten oder High-Ender ein Begriff sein. Weltweit bekannt und geschätzt nicht nur für robustes Profi-Equipment, sondern bei ambitionierten Musik-Aficionados auch für hochwertige Tonabnehmer und Kopfhörer. Der ohrumschließende, mobil einsetzbare ATH-MSR7 war bereits auf der High-End 2015 sehen und gefiel prompt mit angenehmen Tragekomfort und moderner Optik. Ob er auch die in ihn gesetzten, hohen klanglichen Erwartungen erfüllt, zeigt sich im anschließenden Praxis-Test.


audio-technica ATH-MSR7 /  Praxistest auf www.audisseus.de
Foto: audio-technica

Audio-Technica ATH-MSR7: Einsatzgebiet und Lieferumfang

audio-technica ATH-MSR7 /  Praxistest auf www.audisseus.de
Foto: Fritz I. Schwertfeger

Der ATH-MSR7 wurde konzipiert um in einer immer schnelllebigeren Welt einen praktischen wie unkomplizierten Alltagsnutzen zu bieten und dabei audiophilen Klang mit hohen Tragekomfort zu vereinen. Aha, soweit so gut, lassen wir diesen umständlichen Satz einfach mal so stehen, auffallend am ATH-MSR7 ist zunächst sein - für einen ohrumschließenden Bügelkopfhörer - geringes Gewicht von exakt 290 Gramm. Als mustergültiger Begleiter im rauen Alltag sammelt er damit schon mal die ersten Pluspunkte. Vor allem Musikliebhaber, die statt einem On- oder In-Ear Kopfhörer,  lieber zu einem kompromisslosen Over-Ear Kopfhörer greifen, dürften mit Sicherheit Gefallen an ihm finden. Wie auch immer, um so erfreulicher ist es zu wissen, dass sich der Audio-Technica auch zuhause als hochwertiger Kopfhörer an der heimischen Anlage oder noch besser, an einem externen Kopfhörer-Verstärker, zu klanglichen Höhenflügen aufschwingt.  

 

Damit er ohne Blessuren auch überall hin mitgenommen werden kann, spendierte Audio-Technica dem ATH-MSR7 einen widerstandsfähigen Tragebeutel in welchem der Kopfhörer in voller Größe residieren darf. Einen Klappmechanismus wird man vergebens suchen, darauf verzichteten seine Erbauer vermutlich schlicht getreu dem Motto: wo etwas nicht ist, kann es auch nicht kaputt gehen. Und sollte mal der eher unwahrscheinliche Fall eintreten, dass eines der steckbaren Kabel kaputt ginge - macht nichts.  Im Lieferumfang finden sich gleich drei unterschiedliche Kabel (2x1,2m und 1x3m) wieder. Für die unkomplizierte Annahme von eingehenden Anrufen und auch zur Steuerung der Musikwiedergabe (Android als auch iOS-Devices) steht eine im Kabel integrierte Fernbedienung mit eingebautem Mikro parat. Wer darauf verzichten kann, verwendet einfach das ebenfalls mitgelieferte und mit hochwertigen Steckern aufwartende Standartkabel. Obendrein gibt es für den Einsatz zu Hause auch ein 3 Meter langes Kabel, das genau wie seine mitgelieferten Geschwister nicht nur bei den Steckern einen qualitativ sehr soliden Eindruck hinterlässt.  

 

audio-technica ATH-MSR7 /  Praxistest auf www.audisseus.de
Foto: Fritz I. Schwertfeger
audio-technica ATH-MSR7 /  Praxistest auf www.audisseus.de
Foto: Fritz I. Schwertfeger

Audio-Technica ATH-MSR7: Optik / Tragekomfort

Die Formgebung des ATH-MSR7 vereint durchaus visuelle Anleihen aus dem Studio-Bereich mit einer futuristisch anmutenden Eleganz. Kleine, hier und da durchschimmernde Details, wie die in blauer Farbe gehaltenen Innenseiten der Y-Gabeln, setzen nicht nur optische Akzente sondern unterstreichen die komplexe und auf Stabilität ausgelegte Konstruktion des Kopfhörers. Wohin man auch blickt, massive und aber dennoch filigran wirkende Elemente und eine hochwertige Verarbeitung, die keine Wünsche offen lässt.  Es dürfte vermutlich vollkommen ohne Belang sein,  wohin der ATH-MSR-7 seinen Besitzer künftig begleitet. Einen stilsicheren Auftritt würde man mit ihm gelassen im feinen Ascot, ebenso wie inmitten eines lebhaften Berliner Kunst-Openings zurücklegen können. 

 

Sein stabiler und weich gepolsterter Kopfbügel bietet dem präzise gerasterten und aus stabilen Alu bestehenden Ausziehmechanismus unsichtbar Unterkunft. Daran anschließende, megarobust verschraubte und ungewöhnlich weit drehbare Y-Gabeln nehmen die beiden ebenfalls beweglich gela-gerten Ohrmuscheln auf. Der mit insgesamt 12 Stufen fein dosierbare Ausziehmechanismus und die Beweglichkeit der Ohrmuscheln erlauben eine bequeme und komfortable Anpassung an die Kopfform seines Trägers. Die mit weich gepolstertem Memory-Schaum eingefassten Hörmuscheln umhüllen das Ohr großflächig und finden dank des ordentlichen Anpressdrucks die perfekte Balance zwischen hohem Tragekomfort und adäquater Außengeräuschisolierung. Der Over-Ear Kopfhörer sitzt straff und angenehm leicht auf dem Kopf, empfiehlt sich durch seinen sehr bequemen Sitz somit auch für längere Hörsessions. 

 

audio-technica ATH-MSR7 /  Praxistest auf www.audisseus.de
Foto: audio-technica

Robust und Für die Ewigkeit gebaut

audio-technica ATH-MSR7 /  Praxistest auf www.audisseus.de
Foto: Fritz I. Schwertfeger
audio-technica ATH-MSR7 /  Praxistest auf www.audisseus.de
Foto: Fritz I. Schwertfeger

Der ATH-MSR7 verfügt über jeweils 45 mm messende Treiber, die mit einem erweiterten Frequenzverlauf bis hinauf auf  40 kHz, für die Wiedergabe von HiRes-Inhalten optimiert wurden. Der als klassisch-dynamischer Schallwandler konstruierte und "True Motion" genannte Treiber, wird von einer sehr leichten Schwingspule angetrieben, was aufgrund der geringeren bewegten Massen zu einem schnelleren Ansprechverhalten und somit zu  höherer Präzision und Genauigkeit bei der Wiedergabe führen soll. Große Aufmerksamkeit widmeten die Konstrukteure auch der Materialauswahl und dem inneren Aufbau der Treibergehäuse. Diese wurden zweiteilig aufgebaut um unliebsame Resonanzen zu vermeiden und bestehen aus Aluminium und Magnesium -  was sich unmittelbar beim Gewicht angenehm bemerkbar macht. 

 

Mittels eines ausgeklügelten Ventilationssystems, das Audio-Technica in einfacher Ausführung im unteren Gehäuse und in doppelter Ausführung im oberen Segment des Treibergehäuses implementierte, sorgen die insgesamt drei Ventilationsöffnungen für eine gerichtete Abführung der Schallanteile nach außen und damit für eine kontrollierte Zirkulation des Luftstroms hinter dem Treiber. Trotz der geschlossen ausgeführten Bauweise soll somit einer Rückwirkung auf den Treiber (Bedämpfung der Membranschwingung) entgegengewirkt werden und so eine feindynamischere, transparentere Spielweise realisiert werden. Ähnlich also einer offenen Konstruktion, ohne Energieverluste im wichtigen Tief- und Grundton befürchten zu müssen. Ein druckvoller Bass bei feintransparenter Spielweise ist somit das Credo des ATH-MSR7. Der mit 35 Ohm niedrige Impedanzverlauf kommt Smartphones oder Tablets entgegen, deren oftmals nicht ganz so leistungsfähige Ausgangsstufen trotzdem in die Lage versetzt werden, den  Kopfhörer mit ausreichend Pegel auftreten zu lassen. 

 

HÖRTEST


 

Singer-Songwriter

Angeschlossen an den ultrapräzisen wie kräftigen HiRes-Player Calyx M, zeigte sich der ATH-MSR7 bei Susanne Sandfors gefühlsüberbordend entrückter Stimme im Stück „Can You Feel The Thunder“ aus dem Album - The Silicone Veil - von einer feinfühligen und gleichzeitig facettenreichen Seite. Mühelos gab er den in hoher Stimmlage beginnenden Gesang mit glaubhafter Natürlichkeit und scharf umrissener Körperhaftigkeit wieder. Das wogenhaft, langsam aus dem Hintergrund vordrängelnd anschwellende Spiel des Orchesters, ließ er mit farbenreicher Nuancierung und tiefem Raumpanorama gegenüber dem kraftvoll und prägnant dargebotenen Klavierspiel aufleuchten. Akkurat und blitzsauber brachte der Japaner feinste Klangdetails ans Gehör, ohne dabei angestrengt zu wirken. Breitbandig und von kontrollierter Präzision getragen, zeichnete er das Bassspiel nach und webte die sich zum Ende hin euphorisierend emporschraubende Komplexität des Stücks in ein dichtes, aber dennoch filligran-transparentes Gesamtgefüge.  

 

Electro-Beats

Dass er auch in Sachen akkurater Tiefonwiedergabe einiges zu bieten hat, bewies der Kopfhörer bei „Rising Spirit“ von Laurant Garnier (Shot In The Dark). Wuchtig und mit präzisem Taktgefühl trat er dynamisch aufs Gaspedal, ließ mannshoch auftürmende Basswogen nicht nur mühelos vom Stapel sondern lieferte sie statt mit gelangweilter Behäbigkeit mit sattem Groove und schnellem Tempo an die  Ohren. Wie selbstverständlich ließ er nebenbei mit entspannter Gelassenheit ein unaufgeregtes und stressfreies Feuerwerk im Präsenzbereich ab, dass man ihm fast schon Hochachtung zollen wollte. Die synthetischen Bassläufe zimmerte er pompös-wuchtig und gleichzeitig konturiert aus seinen Treibern. Mit seinem deutlich antreibenden Temperament war man geneigt den Lautstärkeregler immer weiter nach oben zu schieben, dem ATH-MSR7 schien es nichts auszumachen, den eigenen Ohren zuliebe wurde dann doch der Vernunft der Vorzug gegeben. 

 

Alternative Metal 

Dass der auf Mobilität getrimmte Audio-Technica auch von einem iPhone angesteuert, mit mehr als ausreichend lauten Pegeln aufwarten konnte, verwunderte nicht im Geringsten. Eher schon verblüffte die Tatsache, dass dem 88er Longplayer „Nothing´s Shocking“ von Jane´s Addiction sogar in der verlustbehafteten 320 kbit/s Variante noch ein paar mehr Feininformationen zu entlocken waren als mit anderen Hörern. Der Audio-Technica profilierte sich als akribischer Ton-Athlet, der impulsiv, wendig und elegant zu Werke ging, egal mit welchem Ausgangsmaterial.

 

Jazz

Das unterwegs weder auf Lebendigkeit oder Spielfreude beim Musikgenuss verzichtet werden muss, stellte der ATH-MSR7 mit der Interpretion von Björks „Hyperballad“ durch das Verneri Pohjola Quartet (Ancient History / ACT) beeindruckend klar. Mit genau dem richtigen Feuer und dem dazu passenden metallischen Glanz projizierte er das Trompetenspiel buchstäblich in den Gehörgang. Die scheppernde und schaurig schöne Begleitrevolte von unkonventionell proportioniertem Schlagzeugspiel, fiebriger Percussion und allerlei Gezirpe und Geflirre entpuppte sich nicht als zusammenhangloses instrumentales Tourette, sondern als wohldosierter Wahn, der von ansatzloser Dynamik nur so strotze und frei von jeglicher Kompression, weit entfernt gesteckte Grenzen noch lange nicht erreicht zu haben schien. Der audio-technica lieferte eine kernige, detailversessene Darbietung ab, ohne aufdringlich oder kühl analytisch zu wirken. Im Gegenteil, sein intensiver Farbenreichtum im kritischen Grundtonbereich, sein fülliges und dennoch konturiert elegantes Tieftonfundament machten ihn zu einem enorm flüssig und mit sehr viel Verve aufspielenden Musterschüler. Sein weiträumiges Auftreten hinderte ihn nicht im Geringsten daran, den Hörer bei diesem Stück in die erste Reihe zu platzieren, ihn intensiv am Geschehen teilhaben zu lassen. Erst deutlich teurere Akteure wie z.B. der EL-8 von Audeze fügten ein Mehr an Leuchtkraft, Homogenität und ein imposanteres Timing in den Spielfluss hinzu.

 

HiRes 

Zu einem im Grunde audiophilen und gleichzeitig mitreißenden Hörerlebnis der besonderen Art schwang sich der Audio-Technica bei "Strength And Beauty" von Ben Williams (aus dem Album -Coming Of Age- als Download von highresaudio.com in FLAC 24/88,2 vorliegend) auf. Mit geradezu opulenten Klangfarben, einer organisch-fülligen und dennoch akkuraten Spielweise spannte der Kopfhörer einen souverän ausgewogenen, homogenen und dynamisch-spritzigen Klangbogen auf. Kraftvoll in den tieferen Lagen ohne es dabei zu übertreiben und mit einem eloquent-brilliantem Glanz im Obertonbereich begeisterte der audio-technica mit seiner zwar detailversessenen aber dennoch samtig-feinen Art. Der füllige Gitarrensound, die fein silbrig schimmernden Hi-Hats und das zu begeistern verstehende, konturiert und präzise angerissene Bass-Solo ließen mehr als nur aufhorchen. Neben swingendem Drive und anregendem Mitwipp-Potential gefiel der ATH-MSR7 auch bei diesem Stück mit seinem hohen Spaß-Faktor.

 

Fazit:


 

Der ATH-MSR7 von Audio-Technica lieferte ein sehr klares, strukturiertes und feinfühliges Klangbild. Akustische Geschehnisse, ob in zweiter oder dritter Reihe im Raum auszuloten und diese plastisch und homogen dem Hörer zu präsentieren, waren dem Over-Ear Kopfhörer ein Leichtes.  Er bot nicht nur eine tolle Räumlichkeit und reichlich dynamische Reserven, sondern auch ein absolut stimmiges Klangbild sowohl bei mittleren wie geringen Lautstärken. Was gerade bei längeren Hörsessions für langanhaltenden, ermüdungsfreien, wie gehörschonenden Musikgenuss sorgen sollte. Je hoch-wertiger die musikalische Quelle und das zugespielte Material, desto besser brachte er seine Qualitäten wie das lebendige, anspringende und gleich-wohl elegante Klangbild zur Geltung.

 

 

Summa Summarum begeisterte der Audio-Technica ATH-MSR7 mit feindynamischen Höhen, die luftig und klar, einen federnden, groovigen Mittelton sowie ein kernig-straff, konturiertes Spiel in den unteren Oktaven umspannten. Und last but not least, auch mit seiner gelungenen in dieser Preisklasse neue Maßstäbe setzenden Gesamtkomposition, von zeitlosem Design und klanggewaltiger, innovativer Technik.


Vertrieb: audio-technica / http://eu.audio-technica.com/en/


Weitere Produkte im Test: