IFI AUDIO ZEN BlUE 3

iFi Audio Zen Blue 3 / Praxistest auf www.audisseus.de / Bilder: Fritz I. Schwertfeger

iFi Audio Zen BLUE 3 - Bluetooth-DEVICE / SENDER-EMPFÄNGER / DAC


Text: Fritz I. Schwertfeger

Bilder: Fritz I. Schwertfeger

16. März 2026


Mit der ZEN-Serie liefern die englischen Audiospezialisten von iFi Audio bereits seit Jahren kompakte wie hochwertige Desktop-Lösungen. Die aber auch als eigenständige HiFi-Geräte mit markanter Design-Signatur und überraschendem Preis-Leistungsverhältnis auf sich aufmerksam machen.


iFi Audio Zen Blue 3 - Bluetooth ist für viele Anwender das Mittel der Wahl und ein bequemes wie unkompliziertes Tool, um Daten jeglicher Couleur, Musik oder Podcasts zu übertragen. Ganz gleich, ob dabei Musikfiles vom MacBook, Tablet oder einem mobilen Telefon übertragen werden sollen, es geht nach erfolgter Koppelung schnell von der Hand. Störfrei, dank moderner Übertragungsprotokolle und aufgrund neuerer Codecs auch in deutlicher gesteigerter Qualität als noch zu Beginn des die Fläche erreichenden Bluetooth-Hypes zu Beginn der 2010er Jahre. Und zugegeben, Bluetooth dürfte nichts sein, womit man geneigte High-Ender hinter dem Ofen hervorlockt, aber das ist auch gar nicht der unbedingte Anspruch des Zen Blue 3.

 

Vielmehr geht es um kompromisslosen Genuss von Bluetooth und das in unterschiedlichen Szenarien und Einsatzgebieten. Musik, Podcasts oder Filme? Alles machbar. Nichtsdestotrotz, Bluetooth hat sich weiterentwickelt und daher klotzt man hier gehörig, verspricht mittels modernem Bluetooth in der Version 5.4 und dank aptX Lossless sogar verlustfreies Bluetooth. Aber es geht noch weiter, denn mit den Codecs LDAC und LHDC, welche Datenraten mit bis zu 24 bit / 96 kHz verstehen ist auch hochauflösende Bluetooth-Übertragung an Bord.   

 

Da das Entwicklungstempo bei Bluetooth seit geraumer Zeit ein Plateau erreicht zu haben scheint,  läuft man hier auch nicht Gefahr, dass man sich in nächster Zeit mit veralteten technischen Entwicklungen rumschlagen muss. Kann aber wenn gewünscht, seinen vorhandenen Komponenten einen bezahlbaren Zugang zu diesen neueren Standards gewähren. Sollten sich am Horizont bahnbrechend neue Entwicklungen abzeichnen, kann man sicherlich mit der nächsten oder übernächsten Generation eines Zen Blue, immerhin sind wir in diesem Fall bei der dritten Generation, wieder up to date sein. Berechtigt also die Frage, warum ihm dann eine eigene Besprechung zuteil wird.

 

iFi Audio Zen Blue 3 / Praxistest auf www.audisseus.de / Bilder: Fritz I. Schwertfeger
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Ganz einfach, weil der Zen Blue bei der Umsetzung von Bluetooth so gut wie keine Kompromisse eingeht, dabei so ziemlich alle aktuell hochwertigen Bluetooth-Codecs bedient und dabei noch ein Ass, oder eigentlich zwei im Ärmel hat. Er ist nämlich nicht nur Bluetooth-Empfänger, womit er jede ältere Vintage-Anlage mit zeitgemäßer Bluetooth-Übertragung vereint, sondern wird nimmt per Knopfdruck auch eine andere Rolle ein. Nämlich die des Emittenten, überträgt somit ein angeschlossenes Signal, drahtlos auch an Bluetooth-Kopfhörer oder Bluetooth-Lautsprecher. Praktisch, wenn wie in meinem Fall, der Flachbildfernseher im Gegensatz zu modernen Geräten, diese Funktionalität nicht an Bord hat. So wird zu später Stunde niemand gestört oder intimer Musikgenuss möglich, da mein Vintage-Verstärker eine drahtlose Musikübertragung ebenfalls nicht anbietet. Und, last but not least, der Zen Blue nimmt hierzu, aber nicht nur, auch die Rolle eines externen DACs ein, der mit Auflösungen von bis zu 24 bit / 192 kHz umgehen kann.

 

In dieser Übertragungsform allerdings nur über den rückseitigen USB-C Eingang, der nicht nur meine Squeezebox Touch erkennt, sondern sich alternativ auch vom Rechner in die Pflicht nehmen lässt. Gleichzeitig kann er auch die Stromversorgung übernehmen, was dann praktisch ist, wenn beispielsweise ein ohnehin im Einsatz befindliches Gerät, wie der vorhandene Nubert nuConnect ampX über eine integrierte 5V-Ausgabebuchse verfügt und zudem noch selbst an einem Stromfilter angeschlossen ist. Natürlich liefert iFi ein Netzteil mit, allerdings ist das nichts übertrieben Hochwertiges, so dass aus der Praxiserfahrung heraus die iFi iPower 5W Netzteile guten Gewissens empfohlen werden können. 

 

iFi Audio Zen Blue 3 / Praxistest auf www.audisseus.de / Bilder: Fritz I. Schwertfeger

 

Hochauflösend geht es mit 24 bit / 96 kHz beim optischen wie koaxialen Kombi-S/PDIF-Eingang zu, der einen speziellen 3,5 mm Kombi-Klinkenstecker voraussetzt. Hier ist von der Spielkonsole, dem vorhandenen CD-Player bis hin zum besagten TV alles vorstellbar, was digital ausgibt. Aber auch der Zen Blue 3 teilt aus und das nicht nur drahtlos, sondern gerne auch kabelgebunden. Wer also beispielsweise einen Kopfhörer-Verstärker / DAC mit digitalem Eingang oder entsprechenden Verstärker / Receiver einsetzt, kann den S/PDIF-Ausgang des iFi Zen Blue 3 in Verwendung nehmen.

 

Auch hier kommt eine 3,5 mm messende Buchse zum Einsatz. Das deswegen vermutlich, weil nicht nur aufgrund der symmetrischen Verschaltung im Inneren, sondern auch auf der Rückseite Platz eingespart werden musste. Zum einen, weil die beiden unsymmetrischen Ein- und Ausgänge aufgrund des Cinch-Formates schon recht viel Platz beanspruchen und zum anderen, weil der symmetrische, analoge 4,4 mm Klinkenausgang auch noch untergebracht werden wollte. Aktivlautsprecher sollten hierbei durchaus ihre eigene Lautstärkeregelung, bestenfalls via Fernbedienung integriert haben, denn auch wenn die Lautstärkeregelung im Übertragungsmodus (TX) des ZEN Blue möglich ist, macht das höchstens im Desktop-Einsatz Sinn. Mangels eigener Fernbedienung müsste man das per Hand über den Zen Blue 3 realisieren.

 

Aber ein Verstärker mit symmetrischem Eingang wäre hier durchaus vorstellbar. Schlußendlich gibt es noch ein rückseitiges Element, dass jedoch das Kunststück schafft, von jeder Seite gesehen zu werden. Und zwar die Antenne, die sicher nicht freiwillig als Blickfang fungiert, aber wie so vieles im Leben einer Notwendigkeit entspricht. Leistungsfähige, gute Übertragung wie auch Empfang, vor allem ohne Unterbrechungen setzt eben eine große oder eben mehreren kleine Antennen voraus. Da, ich mutmaße mal, kein Platz für drei kleine Antennen übrig war, musste es eben eine große sein. Über die ästhetische Wirkung, kann man sich streiten, in der Praxis erfüllt sie ihren Zweck aber sehr gut, es treten keine Artefakte oder Unterbrechungen auf und das macht das Handling angenehm und verlässlich. 

 

iFi Audio Zen Blue 3 / Praxistest auf www.audisseus.de / Bilder: Fritz I. Schwertfeger
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Bleiben wir aber vorher noch mal kurz bei den Codecs, um das zu Beginn des Artikels Gesagte ein wenig zu ergänzen. Bei SBC handelt es sich um den obligatorischen Standard, der mit niedrigen Kodierungs- und Übertragungsraten niemanden wirklich vom Hocker haut. Bei Bluetooth, wird das Signal zunächst senderseitig codiert, um dann komprimiert zum Empfänger übertragen zu werden, der das ganze dann wieder decodieren muss. Daher spricht man bei Bluetooth auch von verlustbehafteten Formaten, bzw. einer verlustbehafteten Übertragung. Aber, die Technik hat sich in den letzten Jahren ganz schön weiter entwickelt. Bluetooth in der Ausbaustufe 5.4, die sich beim iFi Zen Blue 3 wiederfindet ist nicht nur energiesparend, sondern kann dank rechenstarker Kapazität auch größere und schnellere Übertragungen stemmen, was sozusagen das Tor für hochwertige, verlustfreie bzw. lossless Codecs in Sachen Bluetooth nach sich zieht. Und hier hat der Zen Blue 3 ordentlich was zu bieten, nämlich nämlich aptX, aptX HD, aptX Lossless, aptX Adaptive und LDAC, welches von Sony etabliert auch Auflösungen bis 24 bit / 96 kHz unterstützen soll. Darüber hinaus sogar LHDC, welches ebenfalls mit 24 bit / 96 kHz zurechtkommen soll, in einer besonderen Variante verspricht der Codec-Hersteller sogar eine Verarbeitung bis hinauf zu 24 bit / 192 kHz. Zugegeben, ein wenig exotisch das Ganze, mir persönlich sind aber solche Übertragungs-Möglichkeiten verborgen geblieben, aber das muss ja nichts heißen. Und das obligatorische SBC, nebst AAC hatten wir ja Anfangs bereits angesprochen. Wenn ich etwas vermissen würde, dann tatsächlich lediglich den Codec, aptX Low Latency.

 

iFi Audio Zen Blue 3 / Praxistest auf www.audisseus.de / Bilder: Fritz I. Schwertfeger

 

Wie erwähnt, vereint der iFi Zen Blue 3 im Grunde alle Highlights des kabellosen Kurzstreckenfunks Bluetooth in einem kompakten Gehäuse aus Aluminium. Mit Abmessungen von 15,8 Zentimeter Breite, 10,6 Zentimeter Tiefe und einer Höhe von 3,5 Zentimetern bei einem Gewicht von 447 Gramm passt das Device nicht nur auf die Handfläche, sondern geht entweder auf dem Schreibtisch oder dem Sideboard seinen Aufgaben nach, ohne dabei viel Platz zu benötigen. Statt harter Kanten und kerzengerader Linien, bevorzugt man hier ein eher weiches, mit sanften Radien ausgestattetes Design.

 

Die Bedienbarkeit ist unkompliziert und intuitiv, kommt ohne eigene App aus. Hier wird noch an den frontseitigen Bedientasten Hand angelegt, was gleichzeitig auch etwas über die Verarbeitungsqualität aussagt. Die ist nämlich sehr gut und für den abgerufenen Preis absolut preisklassenüblich. Was auf den ersten Blick auffällt, ist das zentrale Display an der Front. Per Tastendruck wird beim Zen Blue 3 entweder der BT-Empfänger-,  BT-Sender oder der DAC-Modus aktiviert. Gleiches gilt für die Eingangswahl, die zwischen USB, S/PDIF und den Cinch-Eingang umschaltet. Und ja, theoretisch ließe sich hier, einen Phono-Pre vorausgesetzt, auch ein Plattenspieler anschließen. Denkbar vielleicht, wenn man auf dem angrenzenden Balkon, dem neu erworbene Vinyl unbedingt bei der Arbeit zuschauen will und es so auf einen Bluetooth-Speaker oder entsprechenden Kopfhörer  streamt. Natürlich nichts für hartgesottene audiophile Feingeister, denen schon allein der Gedanke an A/D-Wandlung und anschließend erneute D/A-Wandlung plus Codierung und Dekodierung, die Tränen in die Augen treiben dürfte.

 

iFi Audio Zen Blue 3 / Praxistest auf www.audisseus.de / Bilder: Fritz I. Schwertfeger

 

Aber geschenkt, manchmal zählt der alleinige Musikgenuss und hier gilt sicherlich der Grundsatz, erlaubt ist, was gefällt. Den im Signalweg anstehenden Bluetooth-Codec und das PCM-Format dokumentiert eine farbliche Ausleuchtung des Firmenlogos. Die Auflösung zeigt sich ebenfalls mit farblicher Codierung auf dem kleineren Display daneben. Bei einer Desktop-Lösung mag man sich sicherlich eine normale Anzeige wünschen, aber wenn man in drei oder vier Metern Entfernung davor sitzt, macht eine Farbcodierung durchaus Sinn.

 

Auch wenn es eine gewisse Zeit benötigt, bis man sich zumindest die gängigen oder eben bevorzugt eingesetzten Formate und Auflösungen eingeprägt hat. Zum Glück würfelt iFi diese beim Empfangsmodus, der als RX gekennzeichnet ist, wie auch bei Sendemodus (TX) nicht wild durcheinander, so dass man sich hier leicht tut. Erwähnenswert aber auch die Tatsache, dass sich die Farbenspiele per Knopfdruck ausschalten lassen. 


iFI Audio ZEN BLUE 3 - Klang


Ganz gleich, ob am Sony TA-DA 9000 ES oder anderen Nicht-Vintage-Verstärkern angeschlossen, die Signatur des iFi Zen Blue 3 zeichnet sich durch eine auf der dezenteren Seite von Neutral angelehnten Grundhaltung aus. Dabei gibt es an der im DAC-Betrieb sanfteren Herangehensweise in den oberen Lagen erst mal nichts zu kritteln. Schließlich addieren sich hier nahtlos, transparente Mitten, die in der Farbgebung ohne all zu deckkräftigem Expressionismus auskommen, was wiederum dem Mittenband jedoch zu einer freieren Entfaltung verhilft. Der kräftig-straffe Tiefton fügt sich lustvoll hinzu, sodass von einer bräsigen, ja gar lustlosen Herangehensweise keineswegs die Rede sein kann. Diese insgesamt auf der leicht wärmeren Seite von Neutral angelehnten Grundhaltung ist durchaus angenehm und geht preisklassenbezogen absolut in Ordnung. Dass der ES9023 von ESS Technologies keine audiophile Meilensteine setzt, wird sicherlich auch nicht wirklich erwartet. Im direkten Vergleich zeigt sich der Fosi Audio ZD3, ebenso von der Squeezebox Touch via USB angesteuert, zwar eine Nuance temperamentvoller in den oberen und mittleren Lagen und mit auch einem minimal strafferen, tighteren Bassspiel. Aber letztlich ist das sicherlich Geschmacksache, wobei der Vollständigkeit halber ergänzt werden sollte, dass beide mit ihren unsymmetrischen Ausgängen getestet wurden. 

 

iFi Audio Zen Blue 3 / Praxistest auf www.audisseus.de / Bilder: Fritz I. Schwertfeger

 

Wie auch immer, interessant wird es dann aber auch mit der Zuspielung via Bluetooth, der originären Disziplin des iFi Zen Blue 3. Hilfreich ist hier ein kleiner mobiler DAP, der sämtliche Bluetooth-Codecs bespielt. Und hier zeigt sich ein durchaus interessantes Bild. Denn während bei Zuspielung via iPhone, sich ein ansprechendes, aber eher unaufgeregt neutral intoniertes Klangbild einstellt, ändert sich das mit einem merklich offeneren und satterem Klangbild, sowie einer sich weiter und greifbarer präsentierenden Räumlichkeit, sobald man auf die Codecs aptX und insbesondere LDAC umschwenkt.

 

Hier zeigt sich schlicht ein differenzierteres und klareres Klangbild auf, welches sicherlich mehr als nur alltagstauglich sein dürfte. Auch zeigt der iFi Zen Blue 3, dass mit moderneren Codecs und einem durchdachten Aufbau, einfach noch mehr geht. Und dass, das in frühen Zeiten einst kläglich dünn klingende Bluetooth, zu einer qualitativeren Wiedergabe fähig ist. 


iFI Audio Zen Blue 3 - Fazit


Der iFi Audio Zen Blue 3 empfiehlt sich für all diejenigen, die unkomplizierten Musikgenuss via Bluetooth wünschen und dabei dank leistungsfähiger Codecs auf eine hochwertige Wiedergabe nicht verzichten möchten. An bestehende Komponenten, sei es aus der Vintage-Zeit oder denen Bluetooth gar nicht oder nur mit den allernötigsten Möglichkeiten spendiert wurde, lässt sich der iFi Zen Blue 3 einfach integrieren und bietet dabei, ohne dass man sich finanziell all zu sehr verausgaben muss, neue und im Alltag praktische Anwendungsmöglichkeiten. Die Einbindungsmöglichkeit des Fernsehers und bereits vorhandener Gerätschaften, zahlen ebenso auf die Habenseite ein, wie die Fähigkeit des iFi Audio Zen Blue 3, deren Inhalte drahtlos per Bluetooth an entsprechende Kopfhörer oder empfangende BT-Lautsprecher zu senden. Verarbeitung und Materialien sind auf hohem Niveau, auch klanglich lässt der iFi Audio Zen Blue 3 preisklassenbezogen nichts anbrennen. Mit seiner klanglich in den obersten Lagen sanfter prononcierten Gangart, klaren und ausgewogenen Mitten sowie einem kräftigen Tiefenbereich, zeigt er eine auf der leicht wärmeren Seite von Neutral nuancierte Ausdrucksweise. Daraus resultierend, eine langzeittaugliche und ermüdungsfreie Spielweise.

 

 

Vertrieb: 

WOD-Audio

Westendstr. 1a

61130 Nidderau

 

E-Mail: [email protected]

Web: www.wodaudio.com

 

Preis:

iFi audio Zen Blue 3 : ca. 319,00 Euro

 

Erhältlich im Fachhandel oder via www.wodaudio.com