EVERSOLO DMP-A10 / AMP-F10


Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

EVERSOLO DMP-A10 / AMP-F10 - StreaMING-Vorstufe / DAC und Stereo-ENDVERSTÄRKER


Autor: Fritz I. Schwertfeger

Bilder: Fritz I. Schwertfeger

19. April 2026


Kombinationen, vielleicht könnte man an dieser Stelle auch von Möglichkeiten sprechen, ziehen sich durch diesen Test, wie ein roter Faden. Denn mit dem Eversolo DMP-A10 erhält man nicht nur einen Netzwerkplayer, sondern ein auch als externer DAC sowie analoge Vorstufe fungierendes Gerät. In Kombination, sei es mit aktiven Lautsprechern oder der für den Eversolo DMP-A10 quasi maßgefertigten Endstufe Eversolo AMP-F10, wird ein kompromissloses Gespann daraus. Wie es klingt und harmoniert, wollen wir uns in dieser Besprechung näher anschauen. 


Als Flaggschiff des chinesischen Herstellers Eversolo, weckt der DMP-A10 eine durchaus hohe Erwartungshaltung. Das begründet sich nicht nur aufgrund seines Preises von 3.780 Euro, sondern auch anhand den Lorbeeren, die seine Geschwistermodelle eingeheimst haben. Da wäre der DMP-A6 (869,00 Euro) mitsamt seiner Master-Edition (1.299 Euro) in der ersten und mittlerweile zweiten Generation zu erwähnen, wie auch der DMP-A8 (1.980 Euro). Und neuerdings sogar die reine Streaming-Bridge T8 (1.380 Euro), welche in Verbindung mit dem DAC-Z10 (1.980 Euro), eine durchaus vielseitige, wie interessante Kombination darstellt. Und richtig, wie sich gerade dieses letztgenannte Duo im Vergleich zum DMP-A10 schlagen könnte, ist eine sicherlich sehr interessante Frage. Jedenfalls, für jedes Budget, jeden Anspruch und jedes Set-Up ist folgerichtig etwas dabei, während der Eversolo DMP-A10 und auch die hier mitbesprochene Eversolo AMP-F10 (2.580 Euro) Stereo-Endstufe, sich ohne jedweden Zweifel an den kompromisslosen audiophilen Musikliebhaber richten.

 

Bei der ersten äußeren Betrachtung des DMP-A10 fällt dessen wuchtige, wenn man so will, martialisch anmutende Formensprache auf. Andererseits, würde behauptet, das Design wäre aufgrund der massiven Kühlrippen irgendwie Retro, wäre das sicherlich auch nicht verkehrt. So oder so, letztlich ist das alles, außer langweilig. Viele Details, wie der diamantschliffartige, sprich, mit einem besonderen Äußeren, kunstvoll ausgeführte Lautstärkeregler, der zudem über ein eigenes Display verfügt, springen einem direkt ins Auge. Ebenso die erwähnten massiven Metall-Rippen der seitlichen Kühlkörper, die sich in gleicher Form an der Endstufe AMP-A10 wiederfinden. Wobei sie bei der Streaming-Vorstufe eine eher rein designbezogene, dekorative Funktion einnehmen. Das große Display nimmt eine zentrale, mittige Position ein und ist im Vergleich zum DMP-A8 von sechs auf sechseinhalb Zoll gewachsen. Das sind auch die weiteren Dimensionen, was soviel bedeutet, dass 43 cm Breite, eine Höhe von 12 cm und eine Tiefe von 31 cm im Rack ihren Platz im Rack oder Board beanspruchen. Die Verwendung von reichlich schwarz eloxiertem Aluminium für das Chassis des DMP-A10, sowie die, aufgrund des symmetrischen Aufbaus im Inneren, doppelt vorhandenen Komponenten, erklären das Gewicht von sieben Kilogramm. Die dem chinesischen Beau aber gut zu Gesicht stehen, schließlich wirkt hier nichts adipös oder unförmig, sondern genau so, wie es sich für ein Flaggschiff gehört. 

 

Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de
Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Und wo wir schon dabei sind, selbstverständlich haben sich die Ingenieure auch bei der Konzeption, wie auch bei der Auswahl der Bauteile mächtig und selektiv ins Zeug gelegt. Öffnet man den oberen Gehäusedeckel, treibt einem besagter und piekfein ausgeführte symmetrische Aufbau, fast schon Tränen der Entzückung in die Augen. Wohlgefallen erzeugt bereits der Blick auf das Widerstandsnetzwerk (R2R), welches für eine der hochwertigsten und verlustfreiesten Lösungen in Sachen Lautstärkeregelung steht. Und fast schon obsolet eigentlich die Erwähnung, aber der Vollständigkeit halber dann doch, dass auch im DMP-A10 selektierte Bauteile renommierter Hersteller wie WIMA, Nichicon, Omron, muRata, oder Texas Instruments Verwendung finden. Sogar bei der Innenverkabelung wird auf versilberte Einkristall-Kupferdrähte gesetzt, was schon mal sehr hochwertig klingt. Interessant die Wandlerbestückung, die aus dem Flaggschiff ES9039 PRO von ESS Technology besteht und für das Digitale Signal Processing (DSP) einen leistungsfähigen Chip von AKM, den AK 7739 VQ in die Pflicht nimmt.



Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Besagter AKM übernimmt auch eine digitale Pegelregelung, die parallel zur R2R-Lautstärkeregelung vorhanden ist. Das ist beispielsweise für den Fall ideal, wenn das Ausgangssignal anderweitig ausgegeben werden soll. Außerdem kümmert sich der DSP,  um die parametrische Equalizer-Funktion, die Einstellmöglichkeiten bis zum Abwinken bietet und ein hohes Maß an Personalisierung zulässt. Hoch- und Tiefpassfilterung sowie weitere Features wie FIR-Filterung, Kompression- und Delay lassen sich ebenfalls in die Pflicht nehmen. Ein quasi schier endloses Spielfeld, in Sachen individualisierbarem Klangbild. Das Schöne daran, man kann frei nach Lust und Laune experimentieren und wenn es nichts bringt, dann geht man wieder zurück zum Anfang. Kurz zum Vergleich nochmals erwähnt, während der DMP-A6 ohne DSP auskommen muss und auf immerhin zwei Wandlerkäfer (ES 9038Q2M) von ESS Technology setzt, was übrigens auch für die Gen.2 des A6 und dessen Master Edition gilt, werkelt erst beim DMP-A8 ein AKM-Duo aus Wandler und DSP. Insofern ist hier beim DMP-A10, der Mix aus ESS und AKM tatsächlich ungewöhnlich aber auch gleichzeitig vielversprechend.

 

Mit den Erfahrungswerten aus den bewährten Modellreihen im Rücken, greift man bei Eversolo einfach und zurecht auf bekannte Komponenten zurück, so beispielsweise auf den XMOS XU316, der als USB-Interface das Audioprocessing und die Auflösungen bis hinauf zu DSD 512 und vermutlich nur theoretisch verfügbaren 768 kHz / 32 bit ermöglicht. Für den DMP-A10 durfte es aber auch in einigen Bereichen etwas exklusiver sein, denn anstelle zweier Accusilicon-Oszillatoren bei der Taktgebung der internen Clock, welche beim DMP-A8 werkeln, kommen beim DMP-A10 zwei noch präzisere, weil (Oven Controlled Crystal Oscillator) OCXO- Taktgeber für das zeitgenaue Timing bei der Wandlung zum Einsatz. 


Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de
Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

Damit sich der DMP-A10 gar nicht erst mit noch so feinen elektrischen Störungen herumplagen muss, betreiben die Ingenieure bei Eversolo reichlich Aufwand hinsichtlich der Isolationsschaltkreise. Durch eine vollständige physische Isolierung, werden die unterschiedlichen internen Audio- und Systemschaltkreise separiert. Weiteres, erwähnenswertes Detail, im DMP-A10 (wie auch fairerweise beim DMP-A8) kommen in der Ausgangsstufe OPA1612 Operationsverstärker von Texas Instruments zum Einsatz. Diese sind kostspieliger, als jene beim DMP-A6 verwendeten OPA1642. Aber auch beim Thema Netzwerkanschluss wurde nichts einfach auf die leichte Schulter genommen. Eventuelle Störeinflüsse des kupferbasierten Ethernet-Anschlusses lassen sich entweder mittels (im 2,4 oder 5 GHZ Band operierender) WLAN-Funktionalität des DMP-A10 umgehen, oder man schwenkt auf  den Glasfaser-Anschluss um.

 

Zwar werden hierfür SFP-Module sowie ein entsprechend ausgestatteter Router erforderlich. Aber es lohnt sich, wie ich persönlich finde, hier zu experimentieren. Für mich brachte in anderen Set-ups, bereits die Verwendung eines DeLock Netzwerkisolators nicht nur das Wohlgefühl einer ersten galvanischen Trennung plus eines Überspannungsschutzes, sondern mit nachfolgendem SFP-Medienkonverter-Duo, auch ein lebendigeres und luzider wirkendes Klangbild ins Spiel. Wohlgemerkt, dies ist ein kontrovers diskutiertes Thema, aber jeder wie er mag und dieser, wenngleich wie ich finde in Nuancen wahrgenommene Unterschied, kann für den einen oder anderen Musikfreund durchaus Relevanz entfalten. 


Verarbeitung und rückseitige Anschlüsse


Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de
Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

Auf dem rückseitigen Panel finden sich gleich zwei analoge Cinch-Eingänge sowie ein XLR-Eingang wieder, die von einem Subwoofer-Ausgang-Out Duo (Cinch) sowie jeweils einem symmetrischen wie unsymmetrischen Ausgang flankiert werden. Die Subwoofer-Ausgänge bieten den Vorteil, unkompliziert zwei aktive Subwoofer ins eigene Lautsprecher-Setup mit einzubinden, beispielsweise bei Verwendung von kompakten Aktivmonitoren. Oder wenn wie in meinem Fall, eine am Eversolo DMP-A10 nachgeschaltete Eversolo AMP-F10 Endstufe zwei Magnepan LRS+ oder kompakte Regalos vom Schlage der Bowers & Wilkins CM5 antreibt.


Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Verarbeitungsseitig ist hier alles wirklich so, wie man es bei einem Boliden in dieser Preisregion erwartet. Hochwertige Materialien wohin man blickt, eine solide, panzermäßige Konstruktion, lassen auch bei noch so kritischer Betrachtung keinen Raum für Kritik. Der Pegelregler läuft satt, absolut wackelfrei, dennoch feinfühlig dosierbar und mit dem für R2R-typischen Relaisklackern, wovon man sich nicht verrückt machen lassen sollte. 

 

Was in der Praxis übrigens auch Sinn macht, ist folgende Kleinigkeit auf dem rückseitigen Panel.  Statt engen Anschlussgedränge herrscht hier ein durchdachtes Layout, welches Platz für hochwertige Leitungen belässt, die gerne mal dickere Verbinder verwenden. Die digitale Eingangsektion protzt mit je zwei optischen und koaxialen S/PDIF-Anschlüssen, einem HDMI- sowie einen isolierten USB-Eingang. Raus geht es wiederum über je zwei S/PDIF (opt. / koax) sowie über einen ebenfalls isolierten USB-Ausgang. Ergänzend finden sich auch zwei USB 3.0 Anschlüsse, von denen der untere Audio ausgibt, während der obere für OTG-Anwendungen, sprich dem Anschluss von externen Zuspielern wie iPad und co. oder einer externen SSD denkbar ist.

 

Hier kann auch ein externes CD-Laufwerk angeschlossen werden um Musik entweder on the fly abzuspielen, oder die Inhalte auf gleich zwei unterseitig anzubringenden NVME M.2 SSDs zu bugsieren, die dann als eigene Musikbibliothek mit bis zu 2 x 8TB Gesamtkapazität fungieren. Gleich drei Stummelantennen sorgen für drahtlosen Betrieb, zwei für WLAN, während eine für Bluetooth-Input gedacht ist. Wenn Kritik angebracht ist, dann hier, denn warum hier heutzutage nur SBC und AAC als Codecs Verwendung finden und auch kein Bluetooth-Ausgang bereitgestellt wird, verstehe ich nicht so ganz. 



Funktionalität und Bediebarkeit


Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Wie anfangs erwähnt, übernimmt der Eversolo DMP-A10 je nach Bedarf und Setup, verschiedene Rollen. Aufgrund der vollsymmetrischen Beschaltung von XLR- und Cinch-Eingängen, stellt er sich als veritable Schaltzentrale, sprich als Vorverstärker zu Diensten. Sind analoge Quellen angewählt, lassen sich diese im Eingangspegel mit maximal 10db im Menü des A10 verstärken. Dadurch lassen sich sehr leise Quellen mittels Gainanpassung unkompliziert einbinden. Soll er als Streamer funktionieren, holt er sich seine Inhalte aus der Cloud oder der heimischen Musikbibliothek(en).

 

Dabei ist es ihm egal, ob diese auf einem Rechner, NAS, einer externer Festplatte oder den internen beiden SSDs schlummern. Bei den Inhalten aus der Cloud sind die Eversolos wahre Generalisten, so stehen Tidal, Qobuz, TuneIn Radio, HighResaudio, Amazon Music, Deezer, Idagio, Internetradio via Airable oder einem internen Radio-Service, ferner Radio Paradise, SoundCloud, CalmRadio, KKBOX, Apple Music (ja, richtig gelesen), Presto Musik, Podcasts, Laut.fm, Hotmix und BBC Radio zur Auswahl.

 

Natürlich sind auch sämtliche Connect-Varianten der großen Streamingdienste wie Tidal, Qobuz und Spotify an Bord. Aber auch noch ein Ass, oder eigentlich mehrere, haben die Eversolo-Ingenieure dem DMP-A10 (aber auch den anderen Ablegern) mit auf den Weg gegeben. Wer mag, kann aufgrund des schlanken Android-Unterbaus einfach den Google-Store anwählen und sich entsprechende Applikationen herunterladen. So kann Apple Music tatsächlich als App installiert werden und liefert dann native High-Res-Auflösung, während die in der Eversolo-App eingebundene Variante hier eine geringere Auflösung liefert. Damit auch eine "bit-perfect" Auflösung möglich wird, ohne die ständigen Zwischeneingriffe des besagten Android-Betriebssystem befürchten zu müssen, gibt es die eigenentwickelte EOS-Engine (Eversolo Original Sample Rate Engine).

 

Anderweitig gelagerte Musikbibliotheken erhalten via UPnP-Zugang, natürlich sind Einbindungen via DLNA, SMB und NFS machbar, während WebDAV, Dropbox, Emby, Jellyfin auch exotische Spielereien zulassen. Und in der gefühlt ewigen Beta ist auch Plex an Bord, wobei ich eine wichtige Sache fast vergessen hätte. Wer auf den Lyrion Music Server formerly known as Logitech Media Server, in beiden Fällen aber kurz LMS setzt, der freut sich über die SqueezeConnect-Funktionalität. Und wer, wie meine Wenigkeit auf die mobile App "LyrPlay" setzt, der kann den DMP-A10 auch darüber steuern und mit Inhalten aus dem LMS-Server ausstatten.

 

Zwar werden viele hier möglicherweise die Nase rümpfen, immerhin ist die eigene App von Eversolo exzellent, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und schätzt eben gerne, das sowohl als auch. Außerdem, man sollte den ehemaligen SlimDevices, (dann Logitech), nunmehr in freier Community-Betreuung befindlichen Lyrion-Unterbau nicht unterschätzen, zumal er sich als Basis bei zahlreichen renommierten Herstellern nach wie vor im Einsatz befindet. Gesetztenfalls, ein sehr hochwertiger DAC ist bereits vorhanden, dann ist sich der DMP-A10 auch nicht zu schade, seine Inhalte via USB oder anderweitig beizusteuern. In Praxi liefert er mit seinem isolierten USB-Anschluss, dem aus der Schweiz stammenden Merason DAC-1 zu, fantastico, mit einem Wort beschrieben. 

 

Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Natürlich kann der Eversolo DMP-A10 ebenso auch als DAC in Anspruch genommen werden, um beispielsweise den in die Jahre gekommenen CD- oder DAT-Player andocken zu lassen. Schließlich spricht auch nichts dagegen, sich die DSP-bezogenen Einstellmöglichkeiten des DMP-A10 bei der Gelegenheit zunutze zu machen. Dabei bietet er auch eine weitere Besonderheit. Er fungiert nämlich auch als Digital to Digital Converter (DCC) und erlaubt so mehr anschlussseitige Kombinationsmöglichkeiten, sofern diese erforderlich werden sollten. 

 

Das bedeutet, dass digitale Signale, sei es vom USB-Eingang oder den S/PDIF-Eingängen, mit oder ohne individuellen DSP / EQ-Anpassungen wahlweise analog aber auch eben digital (an DACs, etc.) weitergereicht werden können. Und als weiteres Schmankerl, jeder analoge Input kann entweder rein analog behandelt und unbehandelt so durchgereicht werden oder vorher via Auswahlmenü per interner Analog / Digital Wandlung digitalisiert und nach anschließender DSP-Individualisierung entweder digital oder eben nach vermutlich erneuter Wandlung analog ausgegeben werden. 

 

So gesehen, Möglichkeiten satt. Dabei kommen sowohl analoge Puristen, wie auch experimentierfreudige Naturen mit dem DMP-A10 letztlich voll auf ihre Kosten. Ein weiteres Feature ist die automatische Raumanpassung, die über ein externes Mikro erfolgen kann und eine verbesserte klangliche Performance im eigenen Hörraum verspricht. Letztlich kein überflüssiges Feature, es lässt sich damit ausgiebig experimentieren und wenn es nicht hilft, lässt man es einfach ausgeschaltet.


Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

Der DMP-A10 lässt sich entweder via App, Fernbedienung oder über das große Touch-Display bedienen. Dank großer Schriften und die groß dargestellten Cover ist das Ganze auch vom Sofa aus noch gut erkennbar. Wer aber nicht ständig aufstehen mag, oder aufgrund der Positionierung an einem arg tief liegenden Sideboard gar einen Hexenschuss fürchtet, der wird sich eher für folgende Optionen entscheiden. Für die Basics, die mitgelieferte Fernbedienung, die mit einem hand- und augenschmeichelnden unterseitigen Chromkorpus hochwertiges Flair vermittelt. Anstelle von Batterien, verlangt ein interner Akku via USB-C-Verkabelung nach gelegentlicher Aufladung. Alles Weitere dann über die kostenlos erhältliche Eversolo-App für iOS / Android, die im Grunde alle Features des DMP-A10 auf Smartphone oder Tablet bedienbar macht. 


Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Die Eversolo-App an sich gehört mithin wie ich finde, zu den Besten ihrer Zunft. Sie ist einfach in der Handhabung und auf zeitgemäße Übersichtlichkeit und Vereinfachung getrimmte. Auch erlaubt sie eine strukturierte Einrichtungstiefe, die kein Informatikstudium voraussetzt. Sämtliche Einstellungen gehen zügig, frei von ständigen Fehlermeldungen und sollte mal was nicht passen, so steht ein Systemupdate meist nicht weit in den Startlöchern. Das ist wirklich lobenswert, denn über die Community werden die Wünsche und Anregungen der User nicht nur ernst genommen, sondern auch relativ zügig umgesetzt. Fast hätte ich das vergessen. Unterstrichen wird das Ganze, durch zahlreiche, frei wählbare Variationen des Displays. So stehen unterschiedlich angeleuchtete VU-Meter in allen denkbaren Variationen zur Auswahl, während auch derjenige nicht zu kurz kommt, der den Frequenzbereichen beim vertikalen Zappeln zusehen möchte. 

 

Kommen wir zum großen Display auf der Front, das sich übrigens auch via App aufs Handy-Display spiegeln lässt. Hier finden sich verschiedene Varianten mit oder ohne Cover, Vollanzeige des Covers, was aber noch gelegentlich aufgrund der nicht immer optimal greifenden Skalierung ein wenig buggy ist, aber egal, klasse ist das auf jeden Fall. Wem das alles zu viel bling bling ist, der kann sich auch einfach nur den Schriftzug einblenden lassen oder alles einfach ausgeschaltet belassen. Da ich anfangs ja noch von einen sekundären Display frontseitig am Lautstärkeregler gesprochen hatte, das ist tatsächlich frei konfigurierbar, man kann sich entweder das Albumcover, die Uhrzeit oder eben die Lautstärke dort direkt anzeigen lassen. Hat den Vorteil, dass das zentrale Display nicht immer angeht sofern ausgeschaltet, oder das Cover von der Lautstärkeanzeige ständig überdeckt wird, sobald man nur ein wenig den Pegel verändert. 



Eversolo AMP-F10 / CLASS A/B Stereo-EndVERSTÄRKER


Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de
Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Werfen wir den Blick auf den AMP-F10, der als zweikanalige Endstufe, den zunächst rein optisch betrachtet, perfekten Spielpartner für den DMP-A10 gibt. Tatsächlich verfügen beide über ein und dieselbe Formensprache, so dass sie nebeneinander auf dem Sideboard oder aber selbst gestapelt auf dem HiFi-Rack ein absolut stimmiges und fast schon monumentales Bild abgeben. Die seitlichen Kühlrippen des AMP-F10 tun einen ausgezeichneten Job, denn sie halten den Endverstärker selbst nach einer zehn- bis zwölfstündigen Spielzeitschicht angenehm temperiert. Im Grunde werden sowohl der oberseitige Gerätedeckel, wie auch die seitlichen Kühlkörper lediglich handwarm, sofern man normal bis moderate Pegel fährt. Aber Entwarnung, auch bei höheren Pegeln ist nichts in Richtung Hitze-Problem zu befürchten. 

 

Anders als der aktuelle Trend zu sehr energieeffizienten Class-D-Modellen, die meist ohnehin auch mit recht geringer Wärmeabgabe ihren Dienst verrichten, wie das beispielsweise beim hauseigenen Geschwistermodell AMP-F2 der Fall ist, tritt der größere Eversolo AMP-F10 mit fast schon unerwartet klassischer A/B-Verstärkung auf. Und sagen wir so, dieser Auftritt ist gewichtig, bringt die Endstufe doch satte 18 kg bei klassischem 43 cm Rastermaß auf die Waage. Dass sie dabei keinen übergewichtigen Eindruck hinterlässt, hängt sicher auch mit ihren Proportionen zusammen, die mit knapp 15 cm in der Höhe und 31 cm in der Tiefe her mit jenen des DMP-A10 zumindest in etwa bei der Höhe abgestimmt sein dürften. Im Verbund ergibt das jedenfalls ein sehr stimmiges Bild. Die Eversolo Endstufe strahlt eine deutliche Robustheit und Kraft aus, dass man sie gar nicht erst anheben muss, um das physisch zu erfahren. 

 

Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Im Inneren des Eversolo AMP-F10 findet sich nicht nur ein symmetrischer Aufbau, bei dem eben alle Bauteile doppelt vorhanden sein müssen, sondern zentral ein ungemein mächtiger und zweikanaliger 1KV-Ringkerntrafo, der jedem Kanal eine voneinander störfreie Leistungsversorgung bereitstellt. Er unterlegt auch die Ausgabewerte der Endstufe mit glaubwürdigen, soliden Fundament. Interessant übrigens ist, dass man sich die Mühe gemacht hat, eine DC-Filterung einzubauen die verhindert, dass der Ringkern in die Sättigung geht und das Ganze dann so unweigerlich mit heftigen Brummgeräuschen untermalt. Mein Sony TA-DA 9000 ES beispielsweise, ist mit seinem ebenfalls 1KV-Ringkern ein solcher Kandidat. Dessen Brummen war extrem nervig und verschwand erst mittels eines externen DC-Filters. Tatsächlich meine ich, dass sich seinerzeit dieses Eintreten der Sättigung äußerst negativ, mit einem eher indifferenten und fast schon gleichförmig flachen Klangbild, auswirkte. Um so schöner, dass man hier von vornherein diese Störquelle ausgemerzt hat.

 

Rein nach den Leistungsangaben des Herstellers, stehen souveräne und respektable 320 Watt (4 Ohm) pro Kanal und auch ein sehr hoher Dämpfungsfaktor für eine rigorose Kontrolle der Lautsprecherchassis zur Verfügung. Dazu kommt, dass die AMP-F10 Endstufe mit Einsatz einer zweiten AMP-F10 Endstufe auch gebrückt werden kann. Sofern man über leistungshungrige Lautsprecher verfügt, durchaus eine Option, denn wenn 950 Watt (4 Ohm) in Reserve stehen, sollten die nächtlichen Gedankenspiele, ob ausreichend Leistung vorhanden ist, sicherlich der Vergangenheit angehören. Aber es ist nicht nur so,  dass diese Maßnahme letztlich für ein ruhiges Gewissen sorgt. Viel mehr sorgt meiner persönlichen Erfahrung nach eine zweite Endstufe, dass sich ein losgelösteres, umangestrengter klingendes und entspannteres, eben mehr als "laid back" stilisierteres Klangbild einstellen kann. 

 

Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Rückseitig betrachtet, bietet sich ein sehr aufgeräumtes Bild, ich würde fast schon von einem Kunstwerk sprechen wollen, einfach schon deshalb, weil das alles nicht einfach lustlos hinorchestriert, sondern absolut durchdacht positioniert wurde. Oberseitig, findet sich schön an den Seiten links und rechts und nicht einfach mittig platziert, sowohl ein symmetrischer XLR- wie ein unsymmetrischer Cinch-Eingang. In der Mitte baut ganz unten der harte Netzschalter neben dem Netzanschluss, darüber der ab- oder zuschaltbare Triggereingang, mittels dem sich die Endstufe ferneinschalten lässt. Der daneben befindliche Triggerausgang, kann für eine weitere F-10 Endstufe in Verwendung genommen werden, praktisch. Darüber befindliche Kippschalter erlauben den Mono-Stereobetrieb, während auch eine Einstellung der Empfindlichkeit mit wahlweise 29 db oder 23 db zur Auswahl steht. Die für ein Lautsprecherpaar zur Verfügung stehen Lautsprecherklemmen muten hochwertig an, hier wäre aber sicherlich noch Luft nach oben vorhanden. Sprich schöne WBT-Klemmen wären sicherlich ein Gewinn, aber das ist jetzt jammern auf hohem Niveau. 

 

Die Front ist, wie es sich für Endstufen wie ich finde gehört, absolut aufgeräumt, während der mit einer Phase versehene Übergang zu den seitlichen Kühlkörpern für progressive Anmutung sorgt. Die Endstufe verfügt über ein mittiges Zappeldisplay für jeden Kanal, welches letztlich in dezenter Größendimensionierung in Erscheinung tritt und somit nicht den Großteil oder gar die ganze Fläche der Front einnimmt. Wenn ich aber einen Grund zum Nörgeln hätte, dann vielleicht über die Tatsache, dass sich das Display weder dimmen noch in Gänze abschalten lässt.


Eversolo DMP-A10 und AMP-F10 Höreindrücke


Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Während der sich wie von Zauberhand von allein in die Länge ziehenden Hörsessions wird eines schnell klar. Egal, ob große Standlautsprecher wie die old school-bewährten Isophon Indigo, die für einen separaten Test eingetroffenen Nubert nuVero nova 14, die kompakten B&W CM5, KEF LS50 Meta oder die Magnepan LRS+ angeleint wurden, sie alle spielen mit der Eversolo-Kombi aus DMP-A10 und AMP-F10 durchweg einfach grandios auf. Zugegeben, lediglich der Lyngdorf TDAI-2210 und der mit ungewöhnlichen Röhrenkonzept aufwartenden französische Vollverstärker Kora TB-140 spielen auf vergleichbarem Niveau. Konzentrieren wir uns auf den Vergleich mit dem Franzosen. Hola, die Waldfee, während der Ivresses Saint-Chinian (Domaine Canet-Valette) dezent ins Glas, der französische Charme wiederum ausgiebig aus den Lautsprecher-Membranen fließt, werden die Unterschiede recht schnell offenbar.

 

So setzt die Eversolo Kombi dem eleganten, tighten und lässig-fließenden Spiel des Franzosen eine sehr auf Akkuratesse und Geradlinigkeit ausgerichtete, farbkräftige und wuchtige Grundhaltung entgegen. Die sich dabei nicht all zu dunkel aber auch nicht zu schlank timbriert zeigt, sondern eher mehr in Richtung eines auf Neutralität mit angenehm austarierten, organischen Charakters verlegt. Und das straff eingefasst, offen, transparent und beweglich durch alle Frequenzbereiche. Summasummarum, eine sehr interessante Darbietung, bei der keinerlei Langeweile aufkommt. Mit müheloser Durchsicht in jede noch so feine musikalische Verästelung, einer hohen dynamischer Beweglichkeit und voll stupender Musikalität, soviel kann durchaus gesagt werden, lädt die Eversolo-Kombi nicht zur reinen Analyse, sondern zu stundenlang genussvollen, ermüdungsfreien Hörsessions ein. 

 

Dabei vielleicht noch ein Satz zu den Einzelqualitäten, die im Falle des DMP-A10 und AMP F-10 sehr gut ineinandergreifen und sich so zu einer homogenen und wie ich finde, äußerst gelungenen Signatur kumulieren. Beim Eversolo DMP-A10 legen Transparenz, feinfühlige Auflösung, den Weg zu noch so feinen Nuancierungen und Mikro-Details frei, während bei aller Klarheit, ein intensiver, leuchtender Farbausdruck im Mittenband dafür sorgt, dass es dabei nicht unterkühlt zugeht. Der Tiefton, erreicht akkurat und tight eingefasst, allertiefste Lagen, besitzt reichlich Kraft, Umfang und Tempo, und neben reichlich Struktur auch allerlei Feininformationen, die sich in der räumlichen Wahrnehmung bemerkbar machen. Machen wir es kurz, im Vergleich mit seinen Geschwistern, dem DMP-A6 ME und auch mit dem DMP-A8 macht sich eine deutlich luftigere, luzidere und schlicht losgelöstere Musikalität bemerkbar. Bei der Endstufe AMP-F10 addiert sich im Vergleich zum kleineren Eversolo AMP-F2 Modell, eine nochmals gesteigerte Bandbreite an Druck und Wucht im Tiefton, und ein länger Atem beim grobdynamischen Ausdruck, während auch die Feindynamik keineswegs zu kurz kommt. Im Gegenteil, gerade beim Wechsel von zart zu schnell und kräftig angeschlagenen Trommelschlägen, erhalten diese mehr Konturierung, Umriss und auch eine plastischere Darstellungsweise. 

 

Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de
Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Keine Frage, diese Mischung ist besonders, sie liefert durch alle tonale Register ein homogenes wie außergewöhnliches Klangbild, zeigt gleichzeitig eindrucksvoll, dass die Eversolo-Kombi eben auch keinerlei halbe Sachen macht. Wie bereits angedeutet, in Sachen Grobdynamik liefert sie kraftvolle, ja unermüdliche Wucht in den Hörraum, dass einem Angst und Bange werden kann. Aber das braucht es in der Regel auch nicht ständig, denn beide Eversolo-Komponenten sind auch leise ungemein akkurat und dabei vollständig aufspielend.

 

Was will ich damit sagen, nehmen wir hinsichtlich der Feindynamik subtile Tonverlagerungen, beispielsweise in den angeschlagenen Toms im Stück „The Sweetest Taboo“ von Bill Kwan (Album: No Ordinary Love: The Music Of Sade). Deren unterschiedlicher Anschlag gibt durchaus Informationen hinsichtlich Intensität und Tempovariation weiter, die für eine veränderte Dramaturgie und Atmosphäre sorgen. Tatsächlich gehen günstigere Verstärker oder Streaming-Kombination über solche feine Details einfach hinweg. Nicht so die Eversolo-Kombi, die diesen „flow“ unüberhörbar offenlegt, egal ob mit hohen oder leisen Pegeln. Letztlich sind es ja derart feine Details, welche die besondere Stimmung in der Musik, die Seele des Ganzen, wenn sie so wollen offenlegen und somit auch erklären, warum die letzten Prozente bis zum klanglichen Gipfel so teuer zu bezahlen sind. Der technische Aufwand der notwendig wird, um diese feine Unterschiede darzulegen, ist schlicht immens. Dass dieser Umstand gerne übersehen wird, mag sicher auch daran liegen, und das ist positiv gemeint, dass in den letzten Jahren viele günstige oder sich im normalen preislichen Rahmen bewegende Neuentwicklungen, einen deutlichen Qualitätszuwachs erfahren haben. 

 

Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

In Sachen Höhen bewegt sich die Eversolo-Kombi anstelle einer zurückgenommenen, honig-milden Ausprägung eher in Richtung einer analytisch-klaren Stilistik, die allerdings dosiert und auf feinfühlige Präsenz getrimmt, mit reichlich Fingerspitzengefühl daherkommt. Sprich, trotz aller Auflösungsfähigkeit und glanzvollen Politur, ergibt sich keinerlei aggressive Übertreibung. Hell abgemischte Aufnahmen oder prägnante Zischlaute werden dabei nicht gedimmt, sondern ungefiltert durchgereicht. Mein Röhrenverstärker rundet hier im Kontrast gnädig ab und macht so einen Podcast oder Radiobeitrag nachweislich etwas lieblicher, ja gar verträglicher.

 

Um nicht falsch verstanden zu werden, je nach Intensität kann diese Charakteristik in Sachen Hochton eben in beide Richtungen widerspruchsfrei funktionieren, es kommt meist auf Ausprägung und geschmackliche Präferenz an. Bei der Eversolo-Kombi vermengen sich Detailverliebtheit und ein hohes Auflösungsvermögen stilistisch in Richtung einer informativen Vielschichtigkeit, welche einen mühelos tiefen Blick in jegliche musikalische Zwischenebene zulässt. Im Unterschied zum lässig-leichter auflösenden Kora TB-140, wirkt das bei der Eversolo-Kombi etwas geradliniger, energetischer und zupackender. So wird beispielsweise beim Saxofonspiel von Paul Desmond, jedes noch so feine Klappengeräusch, jede Regung herausgelöst, was wie ich finde, die atmosphärischen Dichte durchaus unterstreicht. 

 

Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Und genau dieses hohe Maß an geradliniger Auflösung und unaufdringlicher Transparenz macht sich hinsichtlich einer eindrucksvollen Räumlichkeit bemerkbar. In Sachen Bühnentiefe- und Ausdehnung in Richtung der Seitenränder, gehört die Eversolo-Kombi für meine Ohren zu den Besten ihrer Zunft. Die Separationsfähigkeit und Ortungsgenauigkeit tonaler Elemente ist schlicht herausragend.

 

Man hört beispielsweise bei der Oper „Die Kluge“ von Carl Orff, wenn die stimmliche Darbietung des Königs und Bauers im Wechsel ertönt, nicht nur ausklingenden Hall in beträchtlichen Umfang, sondern hört auch die tonalen Verlagerungen im Raum und quasi den umgebenden Raum drum herum. Hervorragend finde ich das. Feine Flötentöne, die sonst beispielsweise überlagert werden, leuchten hier wie selbstverständlich auf, während hintergründige Streicher mit greifbarer Körperlichkeit ihren vorgesehenen Platz einnehmen. Das alles führt trotz oder vielleicht auch wegen der hohen Detailfülle zu einem Klangbild mit realistischer räumlicher Ausdehnung, beindruckender Tiefe und hoher Abbildungspräzision. Dabei klebt das Bühnenbild nicht einfach nur zwischen den Lautsprechern, sondern vermag sowohl den Raum dahinter, wie auch quasi davor auszuleuchten, wenn es die Aufnahme denn so vorsieht. So entsteht eine intensive atmosphärische Spannung, die sich mit einem involvierenden Eintauchen in die Musik, am ehesten beschreiben lässt. 

 

Das Mittenband der Eversolo-Kombi lässt sich als sehr unaufdringlich, natürlich und mit einem angenehmen, gut ausbalancierten organischen Touch versehen, am trefflichsten beschreiben. Sämtliche Klangfarben leuchten authentisch und lebendig, aber wiederum nicht zu betont oder zu intensiv auf. Stimmen mit hohem Baritonanteil, stehen authentisch im Saft, sonor und blitzsauber im Hörraum, während der farbliche Nuancenreichtum bei Frauenstimmen zu einer hohen Natürlichkeit führt. Ohne überschminkende Effekte, finden sich hier mehr deckkräftige, denn zarte Pastelltöne. Auch fehlt von kalter Nüchternheit hier jegliche Spur. Betont warm oder klinisch überambitioniert spielen dabei weder die geradlinige Eversolo-Kombi noch der minimal lässigere, neutral-schlanker abgestimmte Kora TB-140. Beide schlagen allerdings in ein ähnliche, außergewöhnlich gelungene Kerbe. 

 

Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

 

Kommen wir zum Tiefton. Generell vermittelt die Eversolo Kombi Reserven ohne Ende bei einer unerschütterlichen Unaufdringlichkeit. Während der Kora TB140 im Bass mehr auf leichtfüssige Ausdrucksfreude getrimmt ist, konzentriert sich die Eversolo-Kombi auf stoische Gelassenheit und präzise Kontrolle bei eskalierende Wucht, wenn es sein muss. Damit will ich sagen, dass der Eversolo AMP-F10 kein schlichter Krawallbruder ist, sondern selbst komplexeste und bis in tiefste Lagen hinabreichende Bassgewitter, mit Übersicht und Kontrolle fest im Griff behält.

 

Die Eversolo-Kombi verkneift sich eine überambitionierte Euphonik, wie auch jegliche Aufdringlichkeit und Dominanz im Tiefton. Kräftig, konturiert und homogen integriert, lässt sich der Charakter im Bass wohl am trefflichsten beschreiben. Bassimpulse reicht die Eversolo-Kombi beeindruckend schnell aber auch schön spürbar und eruptiv durch, verfügt in diesem Frequenzbereich eine Schippe mehr Umfang und Fülligkeit als beispielsweise der Kora TB 140. Erfreulich auch die Abdeckung einer weiten Bandbreite. Harte Bassimpulse kommen mit schön punchy und mit hoher Beweglichkeit, Präzision und Transparenz ins Spiel, während weit unten angesiedelte Wogen druckvoll, ohne Unsauberkeiten und im vollen Ornat stehend, sprich vollständig tief hinabreichend und mit griffigen, plastischen Umriss in Erscheinung treten.

 

Diese Einfassung ist aber keineswegs anämisch, sprich blutleer, sondern verfügt über eine kraftvolle Geradlinigkeit mit einem wohldosierten Schuss Wärme an den fundamental wichtigen Stellen. So bleibt eine konturierten Einfassung erhalten, während der Bass alles andere als spaßfrei daherkommt. Vielmehr vereinen sich hier Volumen, Tiefe, Kraft und Ausdehnung zu einem bemerkenswert stimmigen und natürlich wirkenden Bassspiel. Wem das dennoch raumbedingt zuviel des Guten sein sollte, der kann mittels DSP-Eingriff am DMP-A10, einfache Korrekturen vornehmen. Impedanzkritische und leistungshungrige Lautsprecher schrecken den AMP-F10 nicht wirklich, sollte Wunsch nach „mehr“ im Sinne von einem noch souveränerem und weiter feindifferenzierenden Spiel auftauchen, lässt sich wie bereits erwähnt, eine zweite AMP-F10 Endstufe integrieren.


Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de
Eversolo DMP-A10 / AMP-F10 Test - Streaming-Vorstufe / DAC und Endverstärker / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de

Eversolo DMP-A10 / AMP-F-10 - Fazit


Die Eversolo-Kombi aus DMP-A10 und AMP-F10 bietet nicht nur ein einheitliches, progressives und selbstbewusstes Design, sondern zeigt mit ihrer besonderen Präsenz, dass HiFi nicht immer "nur" dezent sein muss. Hier vereinen sich im Grunde zwei vollwertige, hochtalentierte Akteure zu einem zukunftssicheren und für eine lange Zeit definitiv Freude bereitenden Gespann.

 

Während der Eversolo DMP-A10 in Sachen Streaming, Anschlussvielfalt und Anwenderfreundlichkeit eigentlich so ziemlich fast jeden Wunsch erfüllen dürfte, klotzt die Eversolo AMP-F10 Endstufe mit unbändiger Spielfreude, Kraft und Geradlinigkeit. Das Duo dürfte in seiner Preisklasse sicherlich Maßstäbe setzen, sowohl in klanglicher Güte, wie auch Ausstattungsseitig. Während andere Akteure sich für das Geld gerne asketisch präsentieren, kann die Eversolo-Kombi, sieht man vom fehlenden Kopfhöreranschluss ab, eigentlich fast alles und wird ihrem Besitzer auf Jahre oder gar Jahrzehnte, langanhaltenden und hochmusikalischen Genuss bereiten. 

 

 

Vertrieb des Eversolo DMP-A10 / AMP-F10

 

audioNEXT GmbH

Isenbergstraße 20

45130 Essen

Telefon: +49 (0)201 5073950

Email: [email protected]

Web: www.audiodomain.de

 

Preis:

Eversolo DMP-A10: 3.780,00 Euro 

Eversolo DMP-F10: 2.580,00 Euro