beyerdynamic Amiron wireless  / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger / www.audisseus.de
beyerdynamic Amiron wireless

beyerdynamic AMIRON wireless - Bluetooth-OVER-Ear


beyerdynamic AMIRON wireless


Autor: Fritz I. Schwertfeger

Bilder: beyerdynamic / Fritz I. Schwertfeger

16. November 2019


beyerdynamic Amiron Wireless - Wie im Grunde nur wenige Hersteller, fügt der Heilbronner Audiospezialist beyerdynamic Technik, Kunst und handwerkliche Tradition in symbiotischer Form zusammen. Das jüngste Beispiel ist der Amiron Wireless, der als erster, geschlossener Bluetooth-Over-Kopfhörer der Heilbronner für Furore sorgen soll. Dabei nicht nur auf handfeste technische Errungenschaften, sondern auch auf eine softwareseitig umgesetzte Klangpersonalisierung setzt. 


BEYERDYNAMIC AMIRON WIRELESS - DAS KONZEPT


Nach dem beachtlichen Einstand des On-Ear-Kopfhörers Aventho wireless in Sachen Bluetooth-Kopfhörer war es im Grunde nur ein logischer Schritt, dass auch ein Over-Ear-Kopfhörer nachfolgen musste. Sicherlich ist ein kompakter On-Ear-Kopfhörer unterwegs praktikabler, aber wer zuhause in Sachen Komfort und Klang keine Kompromisse eingehen will, der schätzt einen ohrumschließenden Kopfhörer dann sicherlich mehr. Das gilt mit Sicherheit auch für all jene, die sei es nun beruflich oder privat, des Öfteren für eine Weile fernab des heimischen Refugiums weilen. 

 

Während offen konstruierte Kopfhörer aufgrund ihrer nach außen wie nach innen wirkenden Schalldurchlässigkeit eher etwas für ruhigere Örtlichkeiten sind, kann man sich mit dem geschlossenen Amiron Wireless auch in Bus und Bahn unbekümmert blicken lassen. Auf technische Zugaben wie „Aktives Noise Cancelling“ (ANC) verzichtet beyerdynamic bewusst beim Amiron Wireless, da sie dem ultimativem Klanganspruch konstruktiv bedingt ein Stückchen im Weg stehen. Macht aber rein gar nichts, denn wer hier diesbezüglich auf das letzte Quäntchen Klang-Finesse im Gegenzug für das ANC verzichten kann, dem legt beyerdynamic ganz eigennützig mit dem Lagoon ANC einen für diese Zwecke optimierten Spezialisten nahe. 

 

Natürlich könnten spitzfindige Naturen klangliche Einbußen auch von der Bluetooth-Übertragung monieren, die ja zweifellos primärer Einsatzschwerpunkt des Amiron Wireless ist. Aber, und jetzt kommt das große „aber“ in gleich doppelter Ausführung. Da wäre zunächst der uneingeschränkte Kabelbetrieb, der den Kopfhörer problemlos an Kopfhörerverstärker wie dem Chord Hugo2 oder, auf dem iPhone 7 via Ultrasone Naos oder schlicht dem beyerdynamic eigenen Impacto Universal andocken lässt. Und Bluetooth ist nicht gleich Bluetooth. Die Heilbronner greifen hier auf hochwertige Übertragungscodecs wie AptX-HD zurück, so dass sich im Grunde bis zu einer CD-Auflösung kaum Unterschiede ausmachen lassen. Anders sieht es aus, wenn hochaufgelöstes Musikmaterial jenseits von 24 bit und 48 kHz oder gar DSD-Inhalte zum Einsatz kommen sollten. Aber dazu später noch mehr. 

 


BEYERDYNAMIC AMIRON WIRELESS - DESIGN & TRAGEKOMFORT


Die Formensprache des Amiron Wireless zeigt eine behutsame Weiterentwicklung des klassischen beyerdynamic Designs, die moderner und leichter wirkt, ohne dabei komplett über die Strenge zu schlagen. Die Materialauswahl ist schlicht gehoben. Das Kopfband verwöhnt den Denkapparat mit weichem Memory-Schaum, der wiederum von handschmeichelndem Alcantara Microfaser umhüllt ist. Auch bei den mit atmungsaktiven Microvelour beschlagenen Ohrpolster kommt ein Formschaumstoff zum Tragen, der sich sozusagen jeder Kontur seines Trägers millimetergenau anschmiegt. Ein Blickfang der die Ohrmuschel umfassende Metallgabel, die derart fein poliert wurde, das man fast nicht die Finger davon lassen mag. Das sind zwar kleine Details, aber wie ich finde, essentielle in diesen Preiskategorien. Immerhin müssen 799 Euro über den Ladentisch wandern, da kann durchaus etwas erwarten. Und hier lässt sich beyerdynamic, das kann man durchaus so stehen lassen, nicht lumpen. 

 

Man merkt dem Kopfhörer sein Gewicht von 380 Gramm, sitzt er denn mal auf dem Kopf erfreulicherweise kaum an. Dazu trägt das gute Gespür und das richtige Maß der Entwickler für den Anpressdruck bei. Dieser gerät zu keiner Zeit weder zu fest, noch zu lasch und liegt einen langanhaltendem Tragewunsch definitiv nicht im Wege. Hinzu kommt auch die, hat man sich mal daran gewöhnt, enorm angenehme Bewegungsfreiheit. Kein Kabel das stört, sich verheddern oder durch Mikrofoniegeräusche unangenehm auffällt. Es stören auch keine an den Ohrmuscheln angebrachten Kabel, die bei so manchen KH bei Bewegung des Kopfs nach links oder rechts sich umgehend ins Bewusstsein rufen. Zugegeben, dass ist jetzt Jammern auf hohem Niveau, aber der Unterschied in Sachen Komfortgewinn zwischen Kabel oder Nichtkabel ist schon spürbar. 

 

Die Ohrpolster in ihrem inneren Durchmessen großzügig bemessen und erlauben auch größeren Ohren bequem Platz zu nehmen. Dadurch und auch durch in die neigbare der Lagerung der Ohrmuscheln am Metallbügel ist eine sehr komfortable Fixierung an die anatomischen Gegebenheiten möglich, so dass sich der Hörer seinem Träger anpasst und nicht umgekehrt. Die Ohrmuscheln selbst bestehen aus einen resonanzdämpfenden Kunststoff-Compound und beherbergen wie wir gleich sehen werden, nicht nur die Treiber sondern auch die gesamte für den Bluetooth-Betrieb notwendige Technik. 


BEYERDYNAMIC AMIRON WIRELESS - FUNKTION & TECHNIK


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Als Steuerzentrale im sprichwörtlichen Sinne kommt der rechten Ohrmuschel eine besondere Bedeutung zu. Zum Aufladen und Updaten dient der USB-C-Eingang. Ebenso bereit steht ein klassischer 3,5 mm Klinkeneingang, der in direkter Nachbarschaft zum eingebauten Mikrofon steht. Unzählige Tasten sucht man hier aber vergebens. Lediglich eine bündig in das Gehäuse eingelassene, clever umgesetzte Mehrfunktionstaste ist zu erspähen. Diese dient zum Ein- und Ausschalten der Bluetooth-Funktionalität und gleichzeitig auch als leuchtende Anzeigeelement. Beim Aufladen leuchtet sie rot auf, im BT-Betrieb blinkt sie blau. Im ausgeschalteten Zustand zeigt sich im dominierende, in anthrazit gehaltene Farbspiel des Kopfhörers gehüllt und wird somit fast unsichtbar. 

 

Die Bedienung des Bluetooth Over-Ears erfolgt über eine berührungsempfindliche Fläche an der rechten Ohrmuschel. Im BT-Betrieb gibt eine interne Stimme Auskunft über den Ladezustand des Akkus wie auch über den verwendeten Codec bei der Funkübertragung. Steuerbefehle bei der Rufannahme wie auch bei der Musiksteuerung werden durch mittlerweile zur Gewohnheit gewordenen Wischgesten realisiert. Sogar persönliche, sprachgesteuerte Assistenzen wie Siri und Co. werden per Geste aktiviert. Praktisch um zum Beispiel einen Anruf zu tätigen, während das iPhone in den Tiefen der eigenen Garderobe weilt. 

 

 

In Sachen Bluetooth greift beyerdynamic auf ein von Qualcomm beigesteuertes Modul der neueren 4.2 Generation zurück. Die bei den Anfängen von Bluetooth häufig auftretenden Unterbrechungen und Störungen gehören damit der Vergangenheit an. Selbst wenn die zuspielende Quelle auf dem Tisch liegt und man nebenher die Spülmaschine ausräumt treten keinerlei Artefakte bei der Übertragung auf. Allerdings sollte der Abstand zwischen dem Kopfhörer und Signalquelle nicht über Gebühr strapaziert werden, die von den Herstellern angegeben Werte, meist um die zehn Meter beziehen sich auf eine freie Funkstrecke. Dicke Betonwände oder Stockwerke sind damit meist nicht gemeint. 

 

Der 4.2 Standard bietet nicht nur den Vorteil, dass es hohe Bandbreiten bei der Datenübertragung unterstützt, sondern gleichzeitig sehr geringen Energiehunger mitbringt. Was wiederum die sich über 30 Stunden erstreckende Leistung der 1050 mAh bestückten internen Akkus erklärt, ehe der Amiron wireless über das mitgelieferte USB-A auf USB-C Kabel mit einem handelsüblichen Smartphone-Netzteil wieder an die Steckdose darf. In der Praxis lief der Amiron in der Einspielphase an einem in Dauerschleife und per Netzteil angeschlossenen MacBook Air satte XX Stunden durch und benötigte dann etwas mehr als knapp zwei Stunden Ladezeit um wieder voll im Saft zu stehen. Und bevor ängstliche Naturen aufgrund der bekannten Alterung von Akkus ins Grübeln kommen. Ja, bis der Akku mal sicherlich altersschwach wird vergehen lange Jahre und ein Austausch dürfte sicherlich möglich sein.

 

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beyerdynamic Amiron wireless

 

Der Amiron Wireless unterstützt nicht nur den bei der Bluetooth-Übertragung klassischen SBC-Codec, bei dem das Musiksignal für die Übertragung verlustbehaftet komprimiert und anschließend dekomprimiert werden muss, sondern auch die verlustfreien Codecs die ebenfalls von Qualcomm lizensiert werden. Die Rede ist vom in annähernd CD-Qualität verlustfrei übertragenden aptX, dem auf kaum Zeitversatz (Latenz) optimierten aptX LL (Low Latency) und dem in 24 bit / 48 kHz operierenden AptX.

 

Das ist zwar kein lupenreines HiRes, aber immerhin mehr als die nach dem Red-Book-Standart konzipierte CD-Auflösung die mit 16 bit /44,1 kHz ins Kontor schlägt. Und genau das meinte ich zu Beginn, dass bei diesem Bluetooth-Kopfhörer eine Übertragung von CD-Qualität im aptX HD Modus kein reiner Marketingsprech ist und sich hier vom Kabelbetrieb im Grund kaum bis gar nicht unterscheiden lässt. Ebenfalls erfreulich, dass iPhone User, die in Sachen aptX ein sich verweigerndes Gerät in den Händen halten nicht leer ausgehen. Hier unterstützt der Amiron Wireless den AAC-Standart, die für iOS hochwertigste Form der drahtlosen Übertragung.

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Ein durchaus bemerkenswertes Feature hat beyerdynamic bereits mit dem kompakten On-Ear-Kopfhörer Aventho wireless eingeführt.  Die Rede ist von einer individuellen Klangpersonalisierung. Resultat einer Kooperation zwischen beyerdynamic und dem Berliner Unternehmens Mimi Acoustics.

 

Da nicht von der Hand zu weisen ist, dass unser Gehör im Laufe der Zeit altert und in seiner Leistungsfähigkeit nachlässt und somit auch im Grunde jeder Mensch einen individuelles Hörvermögen besitzt macht eine Klangpersonalisierung durchaus Sinn. Sie ist um es salopp auszudrücken, der akustische Maßanzug. Trägt man den Amiron Wireless auf dem Kopf und hat sich die hierzu wird über eine für iOS und Android kostenlos erhältliche beyerdynamic MIY App auf das mobile Device installiert, analysiert die Software zunächst das Hörvermögen des Trägers. Dazu werden, ähnlich wie beim HNO-Arzt verschiedene Töne auf jeweils ein Ohr aufgespielt, während per Tastendruck die Dauer der Wahrnehmung quittiert wird. Mittels eigener, und aufwendig erstellter Algorithmen erstellt die Software dann ein individuelles Hörprofil an. Das wird im Hörer selbst gespeichert, so dass bei Verwendung mehrer zuspielenden Geräte zuhause, ganz gleich ob nun Smartphone oder MacBook, nicht erneut das Prozedere wiederholen braucht. 

 

Möglich ist aber auch schlicht die Eingabe des Geburtsjahres. Dann greift die Software auf darauf simulierende Faktoren und Algorithmen zurück. Tatsächlich kann die Klangpersonalisierung in der Praxis auch kein Hexenwerk vollbringen, funktioniert aber durchaus wahrnehmbar. Um so erfreulicher, dass sich der Grad der Intensität über die App stufenlos verstellen oder einfach komplett ausschalten lassen kann. 

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Als waschechter Tesla-Kopfhörer mit dynamischen Treibern, man kann fast schon von guter Tradition sprechen, ist der beyerdynamic Amiron wireless aber mehr als nur ein Bluetooth-Kopfhörer. Vielmehr vermählt beyerdynamic hier seine hochentwickelte Antriebstechnologie und jahrzehntelange Erfahrung gemeinsam mit moderner, drahtloser Übertragung. So soll nicht also sowohl bei kabelloser als auch bei kabelgebundenem Anschluss stets das klanglich maximale ausgelotet werden. 

 

Bei den Treibern selbst greifen die Entwickler auf Bewährtes zurück, schließlich werkeln auch in den anderen beyerdynamic Spitzenmodellen wie dem T1, dem T5p der 1990 / 1770 PRO Armada oder dem Amiron home die mittlerweile ausentwickelten 40 mm Membranen aus Mylar. Interessant aber hier zu sehen, dass beim Amiron Wireless der Blick auf die Membran anders als sonst üblich verwehrt bleibt. Hier habe die Akustiker bei beyerdynamic eine spezielle, schalldurchlässige Bedämpfung entwickelt, die für ein ausgewogeneres Klangbild sorgen soll, ohne Frequenzen abzumildern oder zu überdecken. Aber auch im inneren der Ohrmuscheln kommt eine spezielle Bedämpfung zum Einsatz. Durch Absorption sollen damit rückseitige, vom Treiber selbstemmitierte Schallanteile, die sonst durch Reflexion an der geschlossenen Gehäuserückwand wieder auf den Treiber einwirken unschädlich gemacht werden.


BEYERDYNAMIC AMIRON WIRELESS: DER HÖRTEST


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Für den Hörtest wurde der Amiron zunächst per Kabel vom Chord Hugo2 wie auch ganz profan am MacBook Air via Cambridge DacMagic verbunden. Anschließend erfolgte auch die drahtlose Betrieb, zu dem ich am Schluß noch komme. Nach einer obligatorischen, mehrtägigen Einspielphase zeigt sich der Amiron Wireless als ein sehr auf filigrane Nuancen wert legender, differenzierend aufspielender Kopfhörer. Er klingt dabei sehr offen im Grunde auch mit sehr „luftiger“ Attitüde, ohne und das ist gerade die Kunst, in eine überkritische Analytik zu verfallen. So funkelt und glitzert im direkten Vergleich ein aus gleichem Hause stammender DT 1770PRO intensiver, aber sich dennoch das überbordend kristalline verkneifend. Der Amiron wireless rundet im Hochton nichts ab, ist aber auch kein übermotivierter sondern eher in dieser Hinsicht sehr klar auftretender aber mehr auf der feinsinnig luziden Gangart verpflichtet. 

 

Im Mittenband findet sich eine eher unaufgeregt neutrale, auf Linearität getrimmte Haltung. So schlägt da Pendel in Sachen Tonalität weder in warme noch in kühle Gefilde, bleibt aber hinsichtlich der Frage nach der Farbgebung eher in sanfte, statt satt leuchtende Spektren gehüllt. Dazu gesellt sich nahtlos ein eher auf schlank statt übergewichtig getrimmter Tiefton. Das es an Tiefgang durchaus nicht mangelt und der Amiron wireless bis hinan in tiefste Gefilde absteigt, zeigt sich recht eindrucksvoll beim Stück „The Splendour“ von Pantha Du Prince. Gerade beim Wechsel auf den audio-technica ATH-M50xBT zeigt sich eine vollkommen andere klangliche Signatur und um speziell beim Bass zu bleiben, ein ganz anders gestrickte Durchhörbarkeit. Der beim audio-technica durchaus voluminös daherkommende Bass wirkt zwar betont und füllig, kann aber mit der Präzision und Schnelligkeit des beyerdynamic nicht mithalten. 

 


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beyerdynamic Amiron wireless

 

Natürlich kann eine die unteren Register und in vielen Fällen auch den unteren Mittenbereich betonende Gangart sehr gut funktionieren und ein warmes, unterhaltsames Klangbild vermitteln, jedoch meist auch auf Kosten der Räumlichkeit. Da wird dann doch zu viel des Guten zur Bremse und überlagert die feinen räumlichen Ebenen die keinen Platz finden um sich gebührend zu entfalten. Nicht so beim Amiron wireless, der als geschlossen konstruierter Kopfhörer eine erstaunlich breite Bühne darstellt. Diese wiederum in involvierender Manier ein Stück mehr nach vorne verlagert. Dabei gerät besagte Bühnendarstellung sowohl in die Tiefe als auch in die Höhe nicht mit der gleichen Weite einher, wie beispielsweise mit dem offenen Focal Elear. Gut, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, schließlich kann ein geschlossener Kopfhörer nicht dieselbe räumlichen Koordinaten darbieten wie ein offenen Kopfhörer. Aber, der Vergleich zeigt eindrucksvoll, dass der geschlossene Amiron Wireless von seinem Entwickler eine besondere Gabe mit auf den Weg gegeben wurde. 

 

Bei „Keep The Streets Empty“ von Fever Ray aus ihrem gleichnamigen Album zeigt der Amiron Wireless dass auch ein geschlossener, dynamischer Kopfhörer, sofern er sorgsam abgestimmt wurde, die Musik förmlich atmen lässt. Nichts wirkt gepresst oder eingeengt, ganz im Gegenteil, hier wird der Zuhörer souverän durch sämtliche Zwischenebenen des Stücks gelotst. Dabei lassen sich einzelne Klangereignisse sehr treffsicher lokalisieren und sind sehr gut separierbar von anderen zeitgleich stattfindenden Ereignissen auszumachen. 

 

Passend zur Autonomie des Amiron Wireless von seinem bisher in Verwendung befindlichen Kabel, beschließe ich inspiriert von der unbeschwert, freien und leichtfüssig agilen Spielweise des beyerdynamic auch die Befreiung eines somit korrespondierenden 2014 xxx von seinem Korken. Um es kurz zu machen, im Bluetooth-Betrieb, sofern der Amiron Wireless nicht auf SBC zurückfällt, unterscheidet sich der Glanz und die Finesse im Hochton durchaus wie auch die zuvor genannten Qualitäten in minimal abgedimmter Form sich präsentierten. Das mag aber wiederum am Chord Hugo 2 liegen, der als besonderer USB-Kopfhöreramp die Messlatte enorm hoch legt.

 

Das die im Amiron eingebaute Elektronik nicht vergleichbares stemmt wird spätestens mit Blick auf das Preisschild des Chord mit einem „ach sooo,is klar“ verständnisvoll hinweg gefegt. Dennoch und das will ich eigentlich damit zum Ausdruck bringen, klingt der beyerdynamic auch im Bluetooth-Betrieb außergewöhnlich gut. Gerade via MacBook Air und Audirvana in AptX HD versorgt, werden der Kabelbetrieb nebensächlich, während die kabellose Bewegungsfreiheit den Gang zur Espresso-Maschine mit dem Stück „La Nuit“ von Anouar Brahem zum Vergnügen werden lässt. 



BEYERDYNAMIC AMIRON WIRELESS: DAS FAZIT


Ob Weltenbummler, Familienmensch oder ästhetisch anspruchsvoller Klang-Gourmet. Sie alle kommen mit dem Amiron Wireless auf ihre Kosten. Ganz ohne Einschränkungen steht sein angenehm transparentes Klangbild jederzeit, überall und in allen Lebenslagen zur Verfügung. Er punktet ebenfalls mit zeitlosem Design, einer hochqualitativen Verarbeitungsqualität und in Puncto Bedienung auch der beyerdynamic MIY App, die mit der innovativen Klangpersonalisierung neue Wege bestreitet.Eine distanzlose, innige Atmosphäre zur Musik erschaffend, ist es vor allem seine Fähigkeit eine emotionale Verbindung zur Musik herzustellen, die ihn aus dem Gros der drahtlosen Bluetooth-Kopfhörer hervortreten lässt. 


beyerdynamic AMIRON WIRELESS

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  • 90 Pkte Klang
  • 80 Pkte Ausstattung
  • 85 Pkte Verarbeitung
  • 75 Pkte Bedienung
  • 90 Pkte Bassqualität
  • 95 Pkte Neutralität
  • 90 Pkte Feindynamik / Präzision


beyerdynamic GmbH & Co. KG

Theresienstraße 8

74072 Heilbronn

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