Teufel Move Pro In-Ear / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger

TEUFEL MOVE PRO - IN-EAR IM PRAXISTEST


Autor: Fritz I. Schwertfeger

Bilder: Teufel  / Fritz I. Schwertfeger

November 2016


Selbstverständlich mangelt es den Verantwortlichen bei Teufel nicht an Selbstvertrauen. Speziell auch dann nicht, wenn davon die Rede ist, dass der neue Move Pro In-Ear, mit seinen abgerufenen 129,00 Euro, selbst doppelt so teuren Konkurrenten das Wasser reichen kann.

Mit Robert Schwarz und seinem Team hat Teufel ein hochkompetentes und vor allem, versiertes Personal an Bord. Die Erfolge? Mehr als zahlreich, will man sich die lobenden Fachpressekommentare der mittlerweile doch umfangreich gewachsenen Kopfhörerfamilie, bestehend aus dem Aureol Real, dem Flaggschiff Real Z, Aureol Massive, Airy, und fortfolgende zu Gemüte führen, bräuchte man Zeit. Sehr viel Zeit.  

 

Teufel Move Pro In-Ear / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger

TEUFEL MOVE PRO - ERSTE ANNÄHERUNG

 

Ähnlich selbstbewusst tönte übrigens erst vor kurzem auch Val Kolton von V-Moda und tatsächlich entpuppte sich sein Zn In-Ear  nicht als vollkommen falsches Versprechen. Schauen wir also, ob Teufel einen ähnlichen Coup landet. 

 

Zeit ist meist ein knappes Gut und wer viel unterwegs ist, ob in Bus oder Bahn, will trotz aller Hektik durchaus hochwertig Musik genießen. Als äußerst praktisch, wenn auch nicht von allen geliebt, erweisen sich in dieser Hinsicht In-Ear Kopfhörer, die direkt in dem Bereich zwischen Trommelfell und Gehörgang musizieren dürfen. Dort entscheidet eine genaue Passform der Ohranpassstücke ein gehöriges Maß weit darüber mit, ob Wohlklang entsteht oder nicht. Dichtet dieser Raum nämlich nicht exakt ab, klingt es fad und bassarm, sitz das Anpassstück aber zu eng wird es unbequem. Spaß an der Musik stellt sich so nicht ein.


TEUFEL MOVE PRO - TECHNIK UND HANDLING


Teufel Move Pro In-Ear / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger

 

Aus diesem Grund spendiert Teufel seinem neuen Move Pro, ein umfangreiches Set an Ohranpassstücken, die innerhalb einer Kunstoffröhre platzsparend aufgereiht, griffbereit stehen. Beim Material werden keine Kompromisse gemacht, medizinisches Silikon statt 08/15 Material, sollte auch die höchsten Ansprüche erfüllen. Was ganz besonders angenehm ins Auge fällt, ist die robuste wie praktisch-kompakte Aufbewahrungsbox des In-Ears, die ihm als schützendes Refugium dient und platzsparend in jeder Handtasche oder Rucksack ihren Platz findet.

 

Wird die Aufbewahrungsbox aufgeklappt, zeigt sich nicht nur der Move Pro, sondern auch eine weitere Besonderheit. Der In-Ear ruht förmlich im Innern eines herausnehmbaren Silikonkissens, welches ihn nicht nur zusätzlich schützt, sondern sich auch als praktisches Aufwickeltool für das Kabel nützlich macht. Anhand einer innenliegenden, umlaufenden Führung ist das Kabel im Handumdrehen sauber auf- und abgewickelt, sicher im Silikonkissen verstaut und ohne Gefahr auf mögliches Verknoten bereit für den nächsten Einsatz.

 

Das Kabel selbst fällt zunächst durch sein metallisch-silbriges Äußeres auf und sticht optisch somit angenehm aus der breiten Masse der Standardkabel heraus. Die transparente Isolierung, des mit einem äußerst geringen Widerstandswerts von unter 1 Ohm/m aufwartenden Kupferkabels, wurde so ausgelegt, dass Knotenbildung gar nicht erst zum Thema wird. Durch Reibung an der Kleidung enstehtende Mikrofonie-Effekte sind ebenfalls erfreulich gering. Nimmt man das Kabel in die Hand, schmeichelt sofort die hautsympathische Materialbeschaffenheit. Ebenfalls dabei, eine am Kabel angebrachte Fernbedienung mit Mikrofon für freihändiges Telefonieren nebst Musiksteuerung.

 

Teufel Move Pro In-Ear / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger

 

Von außen betrachtet, zeigt der Move Pro sehr viele Ähnlichkeiten zu seinem Vorgänger, dem Aureol Fidelity. Dies jedoch, so versicherte Robert Schwarz von Teufel, bezieht sich jedoch nur auf die äußere Formgebung, an der sich der neue In-Ear orientierte. So verfügt der Move Pro ebenfalls über ein zweiteiliges Treibergehäuse aus formstabilen Aluminium, dessen silber-graue Farbgebung harmonisch miteinander korrespondiert.

 

Wichtig bei In-Ears ist nicht nur die Optik, sondern auch die Haptik sowie der Komfort, schließlich kommt der Hörer direkt im Ohr zwangsläufig auch mit der Haut in Berührung. Zu den Vorzügen von Aluminium zählt dessen Resistenz gegenüber Schweiß oder Wasser ebenso wie seine Robustheit, Langlebigkeit und Hautneutralität. Während das Material sich seidig-glatt anfühlt, sorgt die nach vorne abgerundete Formgebung dafür, dass keine punktuellen Druckbelastungen entstehen, was dem Tragekomfort nachweislich und deutlich zugutekommt. Der Move Pro sitzt sicher und ohne zu verwackeln im Ohr und isoliert mit den richtigen Ohranpassstück Geräusche von der Außenwelt sehr gut ab.

 

Ohne auf Stabilität oder Festigkeit verzichten zu müssen, erlaubt Aluminium zudem eine im Vergleich zu anderen Materialen, filigranere Stärke bei den Gehäusewänden. Das reduziert das Gewicht und vergrößert das Innenvolumen, was letztlich dem Klang zugute kommt. Intesiv auseinandergesetzt hat man sich bei Teufel mit dem Innendesign des Treibergehäuses. Hier wurde aufwändig optimiert und überarbeitet, damit der per kräftigen Neodym-Magnet angetriebene 9 mm Wandler ungestört seiner Arbeit nachgehen kann. Der zum Ohr hin trichterartig zulaufende Kammerausgang vermeidet Kantenreflexionen und lässt die Membran so sauber und frei aufspielen. Dafür soll auch der Auslasskanal selber Sorge tragen, der hierfür großzügig dimensioniert wurde.

 

Eine pfiffige Idee ist übrigens die mit bloßem Auge sichtbare Ventilationsöffnung am Kammerausgang. Diese soll beim Einführen in das Ohr enstehenden und auf das Trommelfell einwirkenden Überdrück verhindern. Der Treiber-Rückraum, der mit additiven Filtermaterial zur klanglichen Feinabstimmung ausgestattet ist, wird wiederum durch die zusätzlich als akustische Justage dienenden hinteren Löcher entlüftet. Das hält der Membran rückwärtig zurück reflektierende Schallanteile vom Hals, lässt sie so ungehindert aufspielen und sorgt für reduzierten Klirr. Verbessert wurde letztlich auch die Zugentlastung des Kabels am Gehäuse, die sich mit innenliegenden Flanken abstützt und so auch größere Kräfte gelassen aufnehmen kann.


HÖRTEST


 

Im Hörtest, vom exzellent klingenden Pioneer XDP-100R Hi-Res Player angesteuert, zeigte sich der Move Pro mit niedriger Impedanz von 16 Ohm in Verbindung mit seinem guten Wirkungsgrad als leicht anzutreibender In-Ear. So kann auch die traditionell eher schwachbrüstig ausgelegte Verstärkersektion der meisten Smartphones, den In-Ear zu teuflisch lauten Pegeln animieren.

 

Bei elektronisch geprägten Stücken wie „No Consequence“ von Alex Smoke aus dem Album Incommunicado, zeigte sich der Move Pro als äußerst agil und neutral aufspielender In-Ear. So dickte er die Tieftonanteile nicht über Gebühr auf um mehr Spaß zu vermitteln, sondern lieferte ein satt wie fundiert und dennoch trocken aufspielendes Fundament ab. Dem präzise umrissenen Bass schloss sich nahtlos ein farbintensives aber dennoch klares, transparentes Mittenband an. Das sorgte für ordentlich Tempo und Drive.

 

Der Move Pro löste in den oberen Lagen sehr frei und sauber auf und auch bei höheren Pegeln blieb der Hochtonbereich eher gülden und unaufgeregt präzise, als überambitioniert oder fahrig zu wirken. Ohne ein Frequenzband im Speziellen zu betonen, liefert der Move Pro ein sehr stimmiges und in sich kohärentes Klangbild ab. Dabei wirkte er keineswegs einengend oder gar vordergründig aufspielend, sondern bot eine trennscharfe Lokalisationsfähigkeit, welche die verschiedenen Schichten des Stücks präzise erfassbar machte.

 

Teufel Move Pro In-Ear / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger

 

Da war der Vergleich mit dem erst kürzlich getesteten V-Moda Zn doch naheliegend, liegen die beiden In-Ears auch preislich nicht all zu weit auseinander. Feindynamisch agiler präsentierte sich hier der Move Pro, speziell seine offene und luftige wirkende Spielweise und die ermüdungsfreie wie präzise Obertonauflösung beeindruckten. Dem hielt der V-Moda seine tiefer hinabreichenden, muskulöseren Tieftonqualitäten entgegen, die ihn erdiger und kräftiger aufspielen ließen.

 

Beim Programmwechsel auf "Erase/Replace" der Foo Fighters aus dem Album Echoes, Silence, Patience & Grace zeigte der V-Moda erneut seine konzertierte kraftvolle Spielweise, während der Teufel Move Pro mit mehr Feingefühl und einer plastischer wirkenden Bühnenabbildung entgegenhielt. Ein hoher musikalischer Fluss, Ausgewogenheit und hohe Spielfreude bei neutraler Grundart, lag beiden In-Ears inne, so dass hier von zwei hochtalentierten Allroundern gesprochen werden kann. Und ganz gleich in welches Genre man wechselte, ob Jazz, Klassik oder gar von Gojira beigesteuerte Death-Metal Salven, der Move Pro blieb seiner Linie treu und lieferte ein stets differenziertes, sauberes und sattes Klangbild ab, das frei von jeglicher Nervosität war. 


FAZIT:


Mit dem Move Pro liefert Teufel einen feinsinnig präzise und dabei dennoch neutral aufspielenden In-Ear, der mit seinem farbenfrohen, räumlichen und temporeichen Spiel in seiner Preisklasse Maßstäbe setzt - und der teureren Konkurrenz tatsächlich mächtig einheizt. Dass ihm letztlich nur die fehlende Lautstärkeregelung, mittels der Fernbedienung anzulasten ist: Geschenkt. Hochwertig verarbeitet und mit pfiffigem, durchdachtem Zubehör ausgestattet, ist er ein ausgezeichnet aufspielender musikalischer Begleiter, ob unterwegs, auf Reisen oder einfach Zuhause. 

 


TEUFEL MOVE PRO

Teufel Move Pro In-Ear / Praxistest auf www.audisseus.de / Foto: Fritz I. Schwertfeger
  • 90 Pkte Klang
  • 90 Pkte Ausstattung
  • 85 Pkte Verarbeitung
  • 80 Pkte Bedienung
  • 85 Pkte Bassqualität
  • 90 Pkte Neutralität
  • 95 Pkte Feindynamik /
    Präzision

Lautsprecher Teufel  GmbH

Budapester Str. 44

10787 Berlin

 

www.teufel.de

 

Preis: 129,90 Euro 


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